16 Babys starben in unterirdischem Lager in Libyen

Die Kinder wurden in dem Lager geboren, während ihre Mütter von Schleppern gefangen gehalten und gefoltert wurden. Sie wurden keine vier Monate alt.

Die 16 Babys haben es nie auf die "Diciotti" geschafft.
© AFP

Rom – Einige der Migranten, die mit dem italienischen Schiff „Diciotti“ in Italien ankamen, sind nach UN-Angaben etwa ein Jahr in einem unterirdischen Lager in Libyen gefangen gehalten worden. Dort seien auch 16 Kinder geboren worden, die aber alle nach ein paar Monaten gestorben seien, bestätigte die Sprecherin des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR, Carlotta Sami, nach Gesprächen mit den Migranten.

Die Menschen seien nach Augenzeugenberichten alle zusammen an dem gleichen Ort von dem gleichen Schlepper gefangen gehalten worden, sagte Sami am Donnerstag.

Für mehr Geld gefoltert

„Die Frauen haben etwas hinter sich, dass keiner Frau passieren darf.“ Die Kinder seien alle gestorben, bevor sie vier Monate alt wurden. Sowohl die Frauen als auch die Männer seien gefoltert worden, um mehr Geld von ihren Familien zu erpressen.

Frauen erzählen immer wieder, in den libyschen Lagern Opfer sexueller Gewalt zu werden. Ob die gestorbenen Kinder in dem jetzigen Fall von Frauen sind, die vergewaltigt wurden, konnte Sami nicht sagen. Es seien auch Paare unter den nun befragten Migranten.

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Die Migranten durften am vergangenen Wochenende nach tagelangen Verhandlungen innerhalb der EU das Schiff der italienischen Küstenwache verlassen. 100 von ihnen kamen in eine Einrichtung der katholischen Kirche in Rocca di Papa bei Rom. Sie alle sind aus Eritrea – das heißt, sie haben in der Regel gute Chancen auf Asyl.

Salvini will Flüchtlinge zurück nach Libyen schicken

Italiens rechtspopulistischer Innenminister Matteo Salvini hatte die Migranten als „Illegale“ bezeichnet und wollte sie zunächst nicht von Bord lassen. Er will Flüchtlinge wieder zurück nach Libyen schicken. Menschenrechtsorganisation berichten immer wieder von grauenhaften Lagern in dem Bürgerkriegsland. Eine unabhängige Überprüfung der Augenzeugenberichte vor Ort war nicht möglich. (dpa)


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