Gauland nach Chemnitz-Demos: Aggressive Proteste sind legitim

Nicht legitim ist laut dem AfD-Chef, wenn bei solchen Demonstrationen Menschen gejagt würden oder Einzelne den Hitler-Gruß zeigten.

  • Artikel
AfD-Vize Alexander Gauland.
© AFP

Chemnitz, Berlin – AfD-Chef Alexander Gauland hat auch aggressive Proteste von Bürgern gegen die Tötung eines Deutschen in Chemnitz verteidigt, für die ein Syrer und ein Iraker verantwortlich gemacht werden. „Ausrasten ist nach einer solchen Tat legitim“, sagte Gauland am Freitag im ZDF. Nicht legitim sei aber, wenn bei solchen Demonstrationen Menschen gejagt würden oder Einzelne den Hitler-Gruß zeigten.

Wenn rechte Hetze in Gewalt umschlägt: Die Ausschreitungen in Chemnitz im Sommer 2018 schockierten Deutschland.
© dpa

Dass es auch solche Vorfälle gegeben habe, mache aber den massenhaften Protest von Bürgern nicht illegitim.

Dass solche „besorgte Bürger“ von den Medien und anderen dann als rechtsradikal hingestellt werden, „das kann nicht sein“, kritisierte Gauland. Wenn jemand wie der FDP-Vize-Chef Wolfgang Kubicki auch die deutsche Kanzlerin Angela Merkel mit ihrer Flüchtlingspolitik für solche Proteste mitverantwortlich mache, „dann haben auch die Sachsen und die Chemnitzer das Recht, es so zu sehen“.

Gauland sieht keine Bedrohung für Demokratie

Das Problem bei solchen Veranstaltungen wie in Chemnitz, sei, dass sich Hooligans und Rechtsradikale „draufsetzen“ und instrumentalisieren. „Das ist in Chemnitz passiert“, sagte er. Das könne man den Bürgern nicht anlasten. Der deutsche Rechtsstaat und die deutsche Demokratie seien jedenfalls keinesfalls bedroht.

Gauland kündigte einen Schweigemarsch wegen der Tötung des Deutschen in Chemnitz an, zu den drei AfD-Landesverbände - Brandenburg, Sachsen und Thüringen – aufrufen würden. „Das halte ich für die richtige Antwort.“ (APA/Reuters)


Schlagworte