Gerüstet für Katastrophen

Es war eine echte Katastrophe: Hunderte Menschen mussten ihre Häuser verlassen und standen vor den überfluteten Ruinen ihrer Existenz, Autob...

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Das Katastrophen-Lager Ost in der neu gebauten Ortsstelle Wörgl.
© Jasmine Hrdina

Es war eine echte Katastrophe: Hunderte Menschen mussten ihre Häuser verlassen und standen vor den überfluteten Ruinen ihrer Existenz, Autobahn und Brücken waren gesperrt, das notwendige Versorgungsmaterial des Roten Kreuzes lagerte in Innsbruck, erinnert sich Rotkreuz-Ortsstellenleiter Gerhard Thurner an das Wörgler Hochwasser im Jahr 2005 zurück. Spätestens hier sei der Rettungsorganisation klar geworden: Es braucht ein zentrales Katastrophenlager im Unterland. Der „logistische Wahnsinn" während der Betreuung von 65.000 Menschen der Flüchtlingswelle oder beim Schneechaos 2014 in Osttirol hätten diese Annahme bestärkt, so Thurner, der am Donnerstagabend rund 80 geladene Gäste zur Eröffnung des neuen Katastrophenlagers der Alarmabteilung Ost in Wörgl begrüßte.

Lange war man sich über den Standort unklar. Mit dem Neubau der Rotkreuz-Stelle in Wörgl habe man schließlich eine verkehrsgünstig gelegene Möglichkeit gefunden, um alle Einsatzmittel der Katastrophenhilfe unter einem Dach unterbringen zu können. „Auch die Wartung der Geräte ist nun einfacher, da sich Mitarbeiter ja schon im Haus befinden", begrüßte auch Landesrettungskommandant Oswald Gritsch diese Entscheidung. 370.000 Euro waren dazu notwendig, zahlreiche Spender — darunter 30 Gemeinden im Bezirk, Ärzte und Unternehmer — unterstützten dieses Projekt mit insgesamt 163.000 Euro. Weitere 100.000 Euro steuerte der Landesverband des RK Tirol über die Jahre verteilt bei.

Technikwägen mit Diesel­aggregaten, Heizkanonen, Hunderte Feldbetten und mehr als 30.000 Wolldecken lagern nun auf 360 Quadratmetern in dem neuen Gebäude. Damit sei man nicht nur für Naturkatastrophen gerüstet, sondern auch für so genannte „Blackouts" (etwa länger andauernder Stromausfall) oder Terroranschläge. Das Einsatzgebiet der Alarmabteilung Ost erstreckt sich dabei über die Bezirke Kufstein, Schwaz, Kitzbühel und Lienz.

„Das Lager war absolut notwendig", meinte auch Wörgls Bürgermeisterin Hedi Wechner, „aber es geht nichts über die menschliche Zuwendung, die ihr Menschen in Not gegenüber aufbringt." (jazz)

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Florian Margreiter, Christoph Platzgummer, Martin Krumschnabel, Bernhard Eder, BM Hedi Wechner, Stephan Vitéz, Christoph Spitzl, Gerhard Thurner und Oswald Gritsch (v. l.) inspizierten das Katastrophen-Lager Ost in Wörgl.
© Jasmine Hrdina

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