Wiener Grüne: Vassilakou 2 - „Jetzt sind die Nächsten am Zug“

Wien (APA) - Wiens Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou begründete ihren schrittweisen Rückzug mit jenem Versprechen, das sie, wie sie beric...

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Wien (APA) - Wiens Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou begründete ihren schrittweisen Rückzug mit jenem Versprechen, das sie, wie sie berichtete, im vergangen Jahr bei einer Landesversammlung abgegeben habe. Damals habe sie angekündigt, dass sie die Erneuerung und Öffnung der Wiener Grünen anstrebe: „Das löse ich nun ein. Und ich beginne bei mir selbst.“

Der genaue Zeitpunkt ihres Ausscheidens aus der Politik ist aber noch offen. Dass sie nicht mehr als Spitzenkandidatin ins Rennen geht, war allgemein erwartet worden. Heute kündigte sie aber auch an, im kommenden Jahr ihr Stadtrats-Amt zurückzulegen. Denn genauen Zeitpunkt wolle sie sich mit dem neuen Spitzenkandidaten bzw. der Kandidatin ausmachen, hieß es. Sie werde ein „tiptop geführtes“ Ressort übergeben, beteuerte sie.

Allerspätestens soll der Rückzug allerdings bis zur Rechnungsabschluss-Sitzung im kommenden Jahr erfolgen - also bis zu der im Juni 2019 anstehenden Debatte des Rechnungsabschlusses für 2018. Auch ein früherer Abschied ist möglich. Dass es heuer noch geschieht, ist aber unwahrscheinlich. Der erste Listenplatz wird nämlich erst im November fixiert.

„Jetzt sind die Nächsten am Zug und sie können sich meiner Unterstützung gewiss sein“, betonte die Ressortchefin. Für die kommenden Wochen wünsche sie sich einen fairen Wettbewerb der Ideen und Visionen: „Ich will von den Kandidaten hören, wie sie die beste Stadt der Welt weiterentwickeln wollen.“ Wer letztendlich ins Rennen geht, wird erst entschieden. Noch läuft bei den Grünen die Bewerbungsfrist. Öffentlich haben bisher nur Klubchef David Ellensohn und Gemeinderat Peter Kraus ihr Antreten verkündet.

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Vassilakou zog auch Bilanz. Sie sei in Athen in den schwierigen dunklen Zeiten der Militärjunta als Tochter eines ehemaligen Flüchtlingskinds geboren. Das Land sei nach dem Bürgerkrieg gespalten und arm gewesen. Sie wisse dadurch, wie wichtig es sei, ohne Armut und Angst in Freiheit leben zu können. Auch dass die Olivenhaine und Weinfelder beim Haus ihrer Eltern einst ohne Grünraumplanung zubetoniert worden seien, habe sie geprägt. Dies habe sie zu einer leidenschaftlichen Planungsstadträtin gemacht.

„Solidarität, Freiheit und Demokratie waren immer mein Kompass“, sagte die Grün-Politikerin, die am 4. September 1986 zum Studium nach Wien gekommen ist. „Ich bin glücklich und dankbar für das Privileg, acht Jahre an der Spitze der lebenswertesten Stadt der Welt gearbeitet zu haben.“ In Wien müsse niemand Angst vor Armut haben, zeigte sie sich überzeugt. Und sie liebe es, gemeinsam mit den Wienerinnen und Wienern Projekte umzusetzen, aber auch „Probleme anzufassen“.

Als wichtige, bereits umgesetzte Vorhaben nannte sie unter anderem die Mariahilfer Straße, die 365-Euro-Jahreskarte oder die Umgestaltung des Stephansplatzes. Andere wesentliche Projekte wolle sie noch abschließen bzw. auf Schiene bringen - wobei sie etwa die Neugestaltung der Rotenturmstraße oder die Entscheidung über einen neuen Busbahnhof erwähnte.

Und sie schwor: „Der Vorschlag einer Citymaut war mein Ernst.“ Die begonnen Gespräche dazu sollen nun fortgesetzt werden, kündigte sie an. Sie hoffe, alle Fraktionen für einen gemeinsamen Weg zu gewinnen.

Der Rückzug habe aber auch persönliche Grüne, berichtete die Vizebürgermeisterin. Sie sei zwar ein „genuines Zoon Politikon“, das Leben in der erste Reihe sei aber sehr intensiv. Sie werde demnächst 50 und habe immerhin die Hälfte ihres Lebens in der Politik verbracht. Wobei sie beteuerte: „Es waren 25 wunderbare, erfüllte Jahre.“

Sie sei nun gespannt, wer die anstehende Wahl bei den Grünen für sich entscheiden werde. Bis zur Übergabe werde man die „hyperaktive Frau Vassilakou“ allerdings noch „voller Lust und Tatendrang bei der Arbeit für die beste Stadt der Welt“ antreffen, versprach sie am Ende ihrer Erklärung.

~ WEB http://www.gruene.at ~ APA144 2018-09-02/13:29


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