Bezirk Kufstein

„Promenadenwegkämpfer“ wandert auf breiteren Wegen

© Haun

Verbissen forderte ein Kundler jahrelang breitere Achen-Wege – nun wird endlich gebaut. Aber nicht wegen der Privatinitiative, meint der Vize-BM.

Kundl – Sepp Margreiter sen. kann es nicht glauben: Vier Jahre lang setzte er sich hartnäckig für die Verbreiterung des schmalen Wanderwegs entlang der Kundler Ache ein – vor knapp zwei Wochen fuhren dann die Bagger auf. Der Weg wurde auf eine Breite von 1,50 Metern ausgebaut. „Mich freut es wirklich sehr, dass ich noch erleben darf, dass ein Teil des Achenwegs nun endlich verbessert wird“, freut sich der 80-jährige Pensionist über die schnell voranschreitenden Bauarbeiten.

Lange hatte der ehemalige Gastronom dafür gekämpft. Auf Postwürfe an die Kundler Haushalte folgten vor drei Jahren Dutzende positive Reaktionen und mehr als 180 Unterschriften. Diese legte er damals auch der Gemeindeführung vor, welche laut Margreiter sen. aber nur darauf verwies, dass es für ein solches Projekt Genehmigungen seitens der Verwaltung des öffentlichen Wasserguts, der Lawinen- und Wildbachverbauung und der Umweltabteilung brauche.

Margreiter sen. ließ nicht locker: Es folgten ein weiterer Postwurf an die Bürger, Plakate entlang des Achenwegs, Flyer und persönliche Briefe an einzelne Gemeinderäte. Der „Promenadenwegkämpfer“ klinkte sich auch auf der Kundler Webseite bei Bürgermeldungen.com ein und verfasste zahlreiche Beiträge – wie berichtet, brachte ihm dies im Jänner des vergangenen Jahres sogar eine Sperre auf der Gemeinde-Website ein. Allerdings ließ Margreiter sen. auch danach nicht locker, er brachte das Thema weiterhin im Ort zur Sprache und versandte zahlreiche E-Mails.

Seit knapp zwei Wochen wird nun daran gearbeitet, den westseitigen Weg auf einer Länge von rund 1,8 Kilometern von der Kundler-Klamm-Brücke bis hinunter zur Bahnbrücke um 40 Zentimeter zu erhöhen und auf 1,5 Meter zu verbreitern.

Der Beschluss, den westlichen Achenweg zu erneuern, habe nichts mit Margreiters Privatinitiative der letzten Jahre zu tun, heißt es aus dem Gemeindeamt. „Als eine der führenden E5-Gemeinden ist uns die E-Mobilität sehr wichtig und daher wird auch das Weg- und Radnetz laufend verbessert“, erklärt Vizebürgermeister Michael Dessl. Derzeit werde nur der bestehende Achenweg auf der Westseite erneuert, sollte aber der Weg auf der Ostseite in Zukunft Beschädigungen aufweisen, werde man auch hier Adjustierungen vornehmen.

Margreiter sen. verbucht es dennoch als kleinen persönlichen Sieg, von dem letztlich alle Spaziergänger – auch mit Kinderwägen, Rollator oder Rollstuhl – profitieren. „Es wäre halt noch gut, wenn die steilen Wege auf der West- und Ostseite der Kundler-Klamm-Brücke etwas abgeflacht würden“, meint der Pensionist. „Der Grundstein ist endlich gelegt, alles andere ist Zukunftsmusik.“ (fh, TT)

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