„Die letzte Grenze“: Reisebericht vom „Rand Europas“
Wien (APA) - Eine Wildnis in Europa? Eine Landschaft, in der die Zivilisation fern und die Geschichte stehengeblieben ist? Auf in die Rhodop...
Wien (APA) - Eine Wildnis in Europa? Eine Landschaft, in der die Zivilisation fern und die Geschichte stehengeblieben ist? Auf in die Rhodopen und in das Strandscha-Gebirge. Wer keine Ahnung hat, wo sich diese Regionen befinden, ist bei Kapka Kassabova richtig: „Die letzte Grenze. Am Rand Europas, in der Mitte der Welt“ heißt das bei Zsolnay erschienene Buch der Bulgarin. Morgen wird es in Wien präsentiert.
Die 1973 in Sofia geborene Autorin und Reisejournalistin wanderte 1989 mit ihrer Familie nach Neuseeland aus und lebt heute in den schottischen Highlands. Dort habe sie in den vergangenen Jahren erleben müssen, dass einsame Landschaften zunehmend in Wind- oder Wirtschaftsparks verwandelt wurden. „Ödnisse von subventioniertem Profit tauchen dort auf, wo früher verschrobene Wildnis war. Während ich die rücksichtslose Einebnung des schottischen Hochlandes beobachtete, wuchs meine Neugier über meine heimatlichen balkanischen Peripherien“, schreibt sie im Vorwort zu dem in Großbritannien ausgezeichneten Buch. „Ich wollte wissen, was dort vor sich ging, 25 Jahre, nachdem ich fortgezogen war.“
Was Kapka Kassabova in Thrakien, dem Grenzgebiet von Bulgarien, Griechenland und der Türkei gefunden hat, waren menschenleere Wälder und verlassene Dörfer, unberührte Natur, die als „verdunkelte, bewaldete Berliner Mauer“ 1989 überdauert hat, Landstriche und Menschen, von denen die moderne Europäische Union nicht weiter entfernt sein könnte. Allerdings wurden genau hier neue Drahtzäune errichtet, „um den Strom an Menschen aus dem Nahen Osten aufzuhalten“.
„Die letzte Grenze“ ist ein Reisebericht aus einer Wildnis - und gleichzeitig ein Appell, sie in ihrer Unberührtheit zu bewahren. Am Dienstagabend stellt Kassabova im Gespräch mit Philipp Blom ihr Buch im Wiener Bruno Kreisky Forum vor.
(S E R V I C E - Kapka Kassabova: „Die letzte Grenze. Am Rand Europas, in der Mitte der Welt“, Aus dem Englischen von Brigitte Hilzensauer, Zsolnay Verlag, 384 Seiten, 26,80 Euro, Buchpräsentation und Gespräch mit Philipp Blom morgen, Dienstag, 4. September, 19 Uhr, im Bruno Kreisky Forum für internationalen Dialog, Wien 19, Armbrustergasse 15.)
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