Musiker George Nussbaumer erhielt Russ-Preis der „VN“

Bregenz (APA) - Der blinde Musiker George Nussbaumer ist am Montagabend mit dem Dr.-Toni-und-Rosa-Russ-Preis der „Vorarlberger Nachrichten“ ...

Bregenz (APA) - Der blinde Musiker George Nussbaumer ist am Montagabend mit dem Dr.-Toni-und-Rosa-Russ-Preis der „Vorarlberger Nachrichten“ („VN“) ausgezeichnet worden. Geehrt wurde Nussbaumer neben seinem erfolgreichen Wirken als Künstler „für sein herausragendes Engagement für Inklusion sowie sein beispielgebend gelebtes Miteinander von Menschen mit und ohne Handicap“, so „VN“-Herausgeber Eugen A. Russ.

Der 55-jährige Blues- und Soul-Sänger hat Österreich 1996 beim Eurovision Song Contest in Oslo vertreten. Mit dem Mundartlied „Weil‘s dr guat got“ („Weil es dir gut geht“, Anm.) belegte er damals den zehnten Platz. Sein Engagement geht aber weit über den Musik-Bereich hinaus. So war Nussbaumer etwa Vorsitzender der Selbstvertretung und Mitglied im Vorstand der Lebenshilfe. Sein soziales Schaffen lebt er auch in den Vorarlberger Institutionen Sunnahof und Aqua Mühle.

Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) würdigte Nussbaumer als prädestinierten Preisträger. „George Nussbaumer schlägt keine Anfrage aus, wenn er im Dienste von Menschen mit Behinderungen für kulturelle, für soziale Anliegen einen Beitrag leisten kann“, sagte Wallner. Nicht nur Nussbaumers Hilfsbereitschaft sei imponierend, sondern auch seine mitreißende, positive Art. Kabarettist Stefan Vögel - die gemeinsamen Auftritte von Vögel und Nussbaumer sind in Vorarlberg legendär - hielt in seiner Laudatio fest: Mit seiner Lebensfreude und seinem Ausnahmekönnen lasse Nussbaumer die meisten Nicht-Behinderten alt aussehen.

Nussbaumer selbst, der blind geboren wurde, nahm den Preis „stellvertretend für alle entgegen, die aufgrund ihrer Behinderung es als Leistung ansehen müssen, dass sie jeden Tag bewältigen“. Es sei ihm ganz wichtig darauf hinzuweisen, „dass ein Mensch auch ganz wertvoll ist, wenn er nicht diesen Leistungskatalog vorweisen kann“. Und humorvoll stellte er fest: „Ich glaube, ich bin der einzige Russ-Preis-Träger, der noch nie eine ‚VN‘ gelesen hat“.

Der Russ-Preis ist am Montagabend zum 49. Mal vergeben worden. Er wurde ursprünglich im Gedenken an den ehemaligen „VN“-Herausgeber und Chefredakteur Toni Russ gestiftet. Der Vater des heutigen Herausgebers war am 2. September 1969 im Alter von nur 55 Jahren verstorben. Seit dem vergangenen Jahr gilt die Erinnerung auch Rosa Russ, der Witwe von Toni, die im Juli 2017 im Alter von 93 Jahren starb und sich zeitlebens sehr verdient um den Russ-Preis gemacht hat. Mit dem Russ-Preis werden Vorarlberger Persönlichkeiten ausgezeichnet, die durch Privatinitiativen dem Land und seinen Menschen wertvolle Dienste geleistet haben und leisten.