Asylwerber in Lehre - Anschober verweist erneut auf Fachkräftemangel
Linz/Wien (APA) - Der oberösterreichische Integrations-Landesrat Rudi Anschober (Grüne) verweist bei seinem Anliegen, Asylwerbern weiter ein...
Linz/Wien (APA) - Der oberösterreichische Integrations-Landesrat Rudi Anschober (Grüne) verweist bei seinem Anliegen, Asylwerbern weiter eine Lehre zu ermöglichen, erneut auf den Fachkräftemangel in Österreich. Das von der Bundesregierung als Gegenargument genannte Arbeitskräftepotenzial bei Asylberechtigten und der subsidiär Schutzberechtigten sei bereits stark ausgeschöpft, rechnete er vor.
Oberösterreich verzeichne einen „massiven Anstieg“ der offenen Lehrstellen, aber einen „kontinuierlichen Rückgang“ der Lehrstellensuchenden, die sofort verfügbar sind. Vor allem in den Bereichen Gastronomie, Einzelhandel, Baugewerbe und Reinigung könnten kaum mehr Lehrlinge für die offenen Stellen gewonnen werden. Die Einbeziehung des gesamten verfügbaren Arbeitskräftepotenzials müsse daher die logische Konsequenz sein, verlangte Anschober. Dazu gehöre auch die Gruppe der Asylwerber. Das sei zwar keine Gesamtlösung des Problems, aber ein Beitrag dazu. Die Rekordzahl der 436 Asylwerbenden in der Lehre bedeute eine Verringerung der offenen Lehrstellen um zwölf Prozent.
Die von der Regierung angeführte Gruppe der Asylberechtigten und der subsidiär Schutzberechtigten sei bereits stark am oberösterreichischen Arbeitsmarkt integriert, stellte Anschober fest. Im heurigen Jahr lag demnach der Anteil der Arbeitsaufnahme aus dieser Gruppe bei 26,9 Prozent. Das sei besser als international als möglich angesehen. Denn nach zehn Jahren werde mit einer Integration in den Arbeitsmarkt von 50 Prozent gerechnet. In Oberösterreich seien auch aktuell mehr Asylberechtigte als Lehrlinge tätig als Asylwerber. Aber beide Gruppen seien dringend notwendig. Es müsse nicht heißen entweder oder, sondern sowohl als auch, schlägt der Landesrat vor.
Die Ankündigung der Bundesregierung, den Zugang der Asylwerbenden zur Lehre zu stoppen wäre nicht nur die Zerstörung eines wesentlichen Beitrages zur Verringerung der Lehrstellenkrise sondern auch die Zerstörung der nach dem Stopp der Deutschkurse und des verpflichtenden Integrationsjahres letzten verbliebenen großen Integrationsmaßnahme, warnte Anschober. In drei bis vier Jahre dauernden Asylverfahren seien die Antragsteller „zur Untätigkeit verdammt“ und würden alles verlernen, was sie brauchen, um später am Arbeitsmarkt reüssieren zu können. Die Verfahren würden länger, weil es zwar in der ersten genug, aber in der 2. Instanz zu wenig Personal zur Bearbeitung gebe.
Kommentare