Nach Wirbel im Sommer kommt in Tirol nun „Snomax“-Verbot
VP und Grüne wollen Verbot von Zusatzmitteln bei der Schneeerzeugung beschließen. Die schwarz-grüne Landesregierung trifft sich ab Mittwoch zur Regierungsklausur in Osttirol.
Innsbruck – Die Emotionen gingen im Sommer hoch: Zwischen Seilbahnwirtschaft, Tiroler Landespolitik und Seefelder Bergbahnen herrschte ein paar Tage im August Eiszeit. Der Auslöser: Die Seefelder durften nach einer Entscheidung des Landesverwaltungsgerichts den umstrittenen Zusatzstoff „Snomax“ für die Erzeugung von Kunstschnee verwenden. Dieser enthält abgetötete Bakterien. Seefelds Bürgermeister und Seilbahn-Vorstand Werner Frießer kündigte damals einen Feldversuch an. Sehr zum Missfallen der Landespolitik und etwa Seilbahnsprecher NR Franz Hörl (VP), LH Platter drohte sogar mit einem Förderstopp. Nach einem Gespräch mit der Landesspitze machte Seefeld schlussendlich einen Rückzieher.
VP-Klub einstimmig für Verbot
Nun dürfte ein gesetzliches „Snowmax“-Verbot in Tirol folgen. Die Tiroler VP hat sich auf ihrer Klausur in Kappl am Dienstag für ein Verbot von Zusatzmitteln bei der Schneeerzeugung ausgesprochen. „Wir arbeiten seit Jahren hart dafür, Tirol im internationalen Wettbewerb als Tourismusland zu positionieren, das wie kein anderes für Natürlichkeit und Authentizität steht. Ein unverfälschtes Naturerlebnis ist der unverzichtbare Kern der erfolgreichen Marke Tirol. Die Verwendung von künstlichen Zusatzstoffen bei der Erzeugung von Kunstschnee, die im August vom Landesverwaltungsgericht grundsätzlich erlaubt wurde, steht unserer Meinung dieser Strategie grundsätzlich entgegen“, erklärte Klubchef Jakob Wolf.
Der VP-Klub habe daher laut Wolf einstimmig die Ausarbeitung einer Regierungsvorlage beschlossen, um die Verwendung von künstlichen Zusatzstoffen bei der Schneeerzeugung in Tirol auch für die Zukunft ausschließen zu können.
Grüne begrüßen gesetzliches Snomax-Verbot
Erfreut reagierte darauf der grüne Koalitionspartner. „Bereits in der vergangenen schwarz-grünen Regierungsperiode haben wir einen Vorstoß für ein „Snomax“-Verbot unternommen. Wenn es nun gelingt ein gesetzliches Verbot zu verankern, dann freuen wir uns sehr darüber“, sagte der grüne Klubchef Gebi Mair.
Für ihn sprechen mehrere Argumente für ein Verbot von jeglicher Zusatzstoffe in künstlicher Beschneiung. Dabei gehe es nicht nur um das konkrete Produkt aus abgetöteten Bakterien, sondern auch um weitere Produkte. „Wir wehren uns gegen den Beschneiungswahn auf Tirols Pisten. Alles hat Maß und Ziel. Technisch wird es sicher auch möglich sein, im Hochsommer Pisten künstlich weiß zu halten, und trotzdem wehren wir uns dagegen“ so Mair. Der vorbeugende Umwelt- und Gesundheitsschutz müsse laut den Tiroler Grünen Vorrang vor den Profitinteressen haben.
Am Mittwoch und Donnerstag kommen VP und Grüne zu einer Regierungsklausur in Osttirol zusammen. (TT.com)
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