Russland weist Trumps Warnung vor Offensive in Idlib zurück
Moskau/Washington (APA/Reuters) - Ein Kreml-Sprecher hat US-Präsident Donald Trumps Warnung vor einer Offensive in der syrischen Provinz Idl...
Moskau/Washington (APA/Reuters) - Ein Kreml-Sprecher hat US-Präsident Donald Trumps Warnung vor einer Offensive in der syrischen Provinz Idlib zurückgewiesen. Lediglich Warnungen auszusprechen, ohne das sehr gefährliche und negative Potenzial der gesamten Lage in Syrien zu bedenken, sei „möglicherweise kein umfassender Ansatz“, teilte Moskau am Dienstag mit.
Die Präsenz militanter Aufständischer in Idlib unterminiere den Friedensprozess in Syrien und mache die Region zu einer Basis für Angriffe auf russische Truppen, hieß es weiter. Zuvor hatte bereits Russlands Außenminister Sergej Lawrow gesagt, die syrische Regierung habe „jedes Recht“, die Militanten zu vertreiben.
Trump hatte die Regierung in Damaskus und ihre Verbündeten am Montag (Ortszeit) vor einem „rücksichtslosen Angriff“ auf die syrische Region Idlib mit „Hunderttausenden Toten“ gewarnt. Iran und Russland begingen einen schweren humanitären Fehler, würden sie an dieser potenziellen menschlichen Tragödie teilnehmen, twitterte der US-Präsident.
Idlib ist nach sieben Jahren Bürgerkrieg der letzte große Rückzugsort der Rebellen und laut Moskau „ein Nest von Terroristen“. In den vergangenen Jahren wurden Hunderttausende Rebellen und Extremisten nach ihrer militärischen Niederlage aus anderen Rebellengebieten Syriens in die Provinz gebracht. Nach Angaben aus regierungsnahen Kreisen in Damaskus wird derzeit ein Angriff auf Idlib vorbereitet.
Die oppositionsnahe Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London meldete am Dienstag, nach einer Pause von 22 Tagen hätten russische Kampfjets ihre Angriffe auf Rebellen-Stellungen in Idlib wieder aufgenommen. In den vergangenen Wochen hat Russland seine Flottenpräsenz im östlichen Mittelmeer massiv verstärkt. Der russischen Zeitung Iswestija zufolge sind mindestens zehn Schiffe vor Ort, die meisten mit Langstreckenraketen bewaffnet.
US-Außenminister Mike Pompeo hatte vergangene Woche erklärt, ein Angriff auf Idlib würde eine Eskalation bedeuten. Auf einen Einsatz von Chemiewaffen würden die USA reagieren. Bereits im April hatten die USA, Großbritannien und Frankreich vermeintliche syrische Chemiewaffenanlagen bombardiert.
Die Vereinten Nationen warnen vor einer neuen Fluchtwelle: Rund 2,5 Millionen Menschen könnten gezwungen werden, sich in Richtung Türkei in Sicherheit zu bringen. Am Freitag wollen die Präsidenten Russlands, des Iran und der Türkei in Teheran über die Zukunft Idlibs beraten.
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