Rom: „Autobahnbetreiber sollen in Infrastrukturen investieren“

Rom (APA) - Nach dem Brückeneinsturz in Genua mit 43 Todesopfern vor drei Wochen will Italien öffentliche und private Autobahnbetreiber zwin...

Rom (APA) - Nach dem Brückeneinsturz in Genua mit 43 Todesopfern vor drei Wochen will Italien öffentliche und private Autobahnbetreiber zwingen, einen „Großteil“ ihrer Gewinne in die Modernisierung der Infrastrukturen zu investieren, für die sie die Lizenzen erhalten haben. Dies berichtete der italienische Verkehrsminister Danilo Toninelli in einer Ansprache vor der Abgeordnetenkammer am Dienstag.

Die Regierung plane die Einrichtung einer Datenbank, die Informationen über die Instandhaltung aller öffentlichen Infrastrukturen sammeln soll. Damit soll stärker auf Vorbeugung gesetzt werden. Die Autobahngesellschaft „Autostrade per l‘Italia“, Betreiberin der eingestürzten Brücke, werde das Viadukt nicht neu errichten. Der Wiederaufbau soll einem staatlichen Unternehmen anvertraut werden, doch die Autobahngesellschaft werde die Kosten dafür übernehmen, sagte der Minister.

Toninelli bemängelte, dass die Investitionen der Autobahnbetreiber in die Infrastruktur seit dem Jahr 2000 von zwei Milliarden Euro auf 950 Millionen Euro zurückgegangen seien, während die Autobahngebühren in Italien weiterhin gestiegen seien.

Während eines schweren Unwetters war am 14. August das sogenannte Polcevera-Viadukt, das auch Morandi-Brücke genannt wird, in mehr als 40 Metern Höhe auf einem etwa 100 Meter langen Teilstück eingestürzt. Die Brücke ist Teil der Autobahn 10, die auch als Urlaubsverbindung „Autostrada dei Fiori“ bekannt und eine wichtige Verbindungsstraße nach Südfrankreich, in den Piemont und die Lombardei ist. Bei dem Einsturz starben 43 Personen. Die Brücke stürzte auf einige Häuser.