Prozess um das Horrorhaus von Höxter geht in die Schlussphase

Paderborn/Höxter (APA) - Nach 55 Verhandlungstagen geht der Prozess um das sogenannte Horrorhaus von Höxter heute, Mittwoch, am Landgericht ...

Paderborn/Höxter (APA) - Nach 55 Verhandlungstagen geht der Prozess um das sogenannte Horrorhaus von Höxter heute, Mittwoch, am Landgericht Paderborn mit den Plädoyers in die Schlussphase. Zunächst werden Oberstaatsanwalt Ralf Meyer und die Nebenkläger ihre Sicht der Dinge darlegen. Am Donnerstag folgen die Verteidiger von Wilfried W., in der kommenden Woche die seiner ebenfalls angeklagten Ex-Frau Angelika W..

Wann das Urteil erfolgt, hängt zu einem Gutteil von der Angeklagten ab. Es wird befürchtet, dass sie wie schon zu Prozessbeginn einen stundenlangen Monolog hält. Damit würde das Urteil erst am 5. Oktober erfolgen. Das Paar soll in einem Haus im ostwestfälischen Höxter-Bosseborn über Jahre zahlreiche Frauen finanziell ausgenutzt und zum Teil seelisch und körperlich schwer misshandelt haben. 2016 war das Duo mit einer schwer verletzten Frau im Wagen bei einer Autopanne aufgeflogen. Das Opfer starb kurze Zeit später an den Folgen eines schweren Schädel-Hirn-Traumas. Eine Psychiaterin begutachtete Wilfried W. wegen einer starken Intelligenzminderung als vermindert schuldfähig und empfahl seine Einweisung in die Psychiatrie. Seine Ex-Frau weise zwar Züge von Autismus auf, für die Psychiaterin ist sie jedoch überdurchschnittlich intelligent und damit schuldfähig.