Pongauerin verübte mit falschem Arzttitel zahlreiche Betrügereien

Ermittlungen zufolge hat die Pongauerin zwar ein Medizinstudium begonnen, dieses aber nicht abgeschlossen.

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© dpa

Salzburg – Die Polizei hat im Pongau eine falsche Ärztin ausgeforscht. Die 37-Jährige soll unter dem Titel „Dr. med. univ.“ seit 2006 mit Betrügereien einen Schaden von mindestens 10.000 Euro verursacht haben. Mit dem angedichteten Doktortitel wollte sie offenbar Eindruck erwecken. Die Einheimische wird wegen Einmiet- und Pfandbetrügereien und wegen betrügerische Fahrzeugverkäufe angezeigt.

Ermittlungen zufolge hat die Pongauerin zwar ein Medizinstudium begonnen, dieses aber nicht abgeschlossen. „Die Frau war aufgrund ihrer mangelhaften Leistungen nicht über den ersten Studienabschnitt hinausgekommen“, informierte die Landespolizeidirektion Salzburg. Nach bisherigen Erkenntnissen dürfte die 37-Jährige zwar den falschen Doktortitel verwendet, in Österreich aber nie als Ärztin praktiziert haben.

Mit Lügen zum Lebensunterhalt

Die Beschuldigte hatte laut Polizei kein geregeltes Einkommen und steckte in permanenten Geldschwierigkeiten. Mit dem Lügenkonstrukt habe sie versucht, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Als vermeintliche Ärztin mietete sie Wohnungen, konnte aber die Miete nicht bezahlen. Zudem verkaufte sie Gegenstände, die bereits vom Gericht verpfändet waren.

Polizei-Sprecher Hans Wolfgruber schilderte ein Beispiel einer mutmaßlichen Betrugshandlung: Ein Gerichtsvollzieher habe davon Kenntnis erlangt, dass die Frau im Besitz eines neuwertigen Autos war. „Er verpfändete es, trotzdem hat sie das Auto wiederum belehnt.“ Mit einem Loch-auf, Loch-zu-System habe sie ihre Schulden abdecken wollen, aber wieder woanders Schulden gemacht.

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Als Polizisten einen Gerichtsvollzieher bei einer Amtshandlung unterstützten, wurden sie auf den mutmaßlichen Betrug aufmerksam. Beamte der Polizeiinspektion St. Johann im Pongau konnten die 37-Jährige nach umfangreichen Ermittlungen „des Betruges und der Urkundenfälschung überführen“, so die Polizei. Die Beschuldigte soll die Taten zum Teil gestanden haben. (APA)


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