78 Verkehrstote durch Übermüdung in den vergangenen fünf Jahren
Wien (APA) - In Österreich starben in den vergangenen fünf Jahren 78 Menschen bei Verkehrsunfällen, die durch Übermüdung ausgelöst wurden. D...
Wien (APA) - In Österreich starben in den vergangenen fünf Jahren 78 Menschen bei Verkehrsunfällen, die durch Übermüdung ausgelöst wurden. Die Hälfte der Todesopfer gab es auf Autobahnen und Schnellstraßen, berichtete der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) am Mittwoch in einer Aussendung. 2017 starben 15 Personen bei Unfällen durch Übermüdung, 2016 waren es 16 und 2015 insgesamt 20 gewesen.
„Das Bewusstsein über die gefährlichen Folgen von Übermüdung am Steuer fehlt. Dabei reagieren übermüdete Lenker ähnlich schlecht wie Alko-Lenker“, verdeutlicht VCÖ-Experte Markus Gansterer. Zum Vergleich: Im gleichen Fünf-Jahreszeitraum starben zehn Menschen bei Geisterfahrerunfällen. Untersuchungen haben gezeigt, dass bereits 17 Stunden ohne Schlaf die Konzentration und Reaktionsfähigkeit so verschlechtert wie 0,5 Promille Alkohol im Blut. Nach 24 Stunden ohne Schlaf reagieren Autofahrer so langsam wie Alko-Lenker mit 1,0 Promille.
Während österreichweit in den vergangenen fünf Jahren Übermüdung für 3,5 Prozent der Verkehrstoten verantwortlich war, war der Anteil auf Autobahnen und Schnellstraßen mit 15,6 Prozent fast fünfmal so hoch, informierte der VCÖ. Laut Asfinag ist die gefährliche Kombination aus Übermüdung und Unachtsamkeit Ursache für jeden zweiten tödlichen Unfall auf Autobahnen und Schnellstraßen. Spätestens alle zwei Stunden sollte eine Pause „Pflicht“ sein - auch wenn man sich noch nicht müde fühlt, rät die Asfinag in einer Aussendung.
Laut VCÖ ist ein Fahrtenschreiber derzeit nur bei gewerblichen Fahrzeugen mit mehr als 3,5 Tonnen höchstzulässiges Gesamtgewicht sowie bei Kleinbussen ab neun Insassen vorgeschrieben. Klein-Transporter unter 3,5 Tonnen haben keinen Fahrtenschreiber. Deren Anzahl ist aber in den vergangenen Jahren in Österreich stark gestiegen, seit dem Jahr 2010 um 28 Prozent von 325.000 auf aktuell 416.000. „Insgesamt sehen wir einen zunehmenden Trend zu selbstständigen Lenkern mit Kleinbussen und Lieferwagen, für die keine maximalen Lenkzeiten gelten, mit Subunternehmertum und neuen Online-Plattformen“, sagte Gansterer.
Auch die wachsende Anzahl von Pkw, die beispielsweise für Fahrtdienste von Pflegerinnen verwendet werden, haben keinen Fahrtenschreiber. Dadurch kann nicht kontrolliert werden , wie lange der Fahrer bereits unterwegs war. Dass Übermüdung ein großes Problem ist, zeigte unter anderem der tragische Unfall im Oktober des Vorjahres, als sieben Pflegerinnen auf der Heimfahrt von Österreich in die Slowakei bei einem Unfall ums Leben kamen, weil der Fahrer übermüdet war.
Eine Gesetzeslücke gibt es in Österreich laut VCÖ bei selbstständigen Taxilenkern. Während für angestellte Taxilenker klare Regelungen gelten, wie etwa maximal viereinhalb Stunden Lenkzeit ohne Pause und tägliche Ruhezeit von mindestens elf Stunden, gibt es für selbstständige Taxi-Lenker keine Regelung.
~ WEB http://www.asfinag.at
http://www.vcoe.at/ ~ APA207 2018-09-05/11:45
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