Proteste im Südirak gehen nach tödlichen Ausschreitungen weiter

Basra (APA/dpa) - Nach tödlichen Protesten wegen Strommangels und der Verschmutzung von Trinkwasser im irakischen Basra sind erneut viele Me...

Basra (APA/dpa) - Nach tödlichen Protesten wegen Strommangels und der Verschmutzung von Trinkwasser im irakischen Basra sind erneut viele Menschen in der südlichen Provinz auf die Straße gegangen. In mehreren Teilen der Region sammelten sich am Mittwoch aufgebrachte Menschen, um gegen die schlechten Zustände der öffentlichen Leistungen zu protestieren.

Am Dienstag waren bei eskalierenden Demonstrationen in Basra sechs Menschen getötet und 68 verletzt worden, wie Ärzte berichteten. Die Protestierenden hatten zuvor ein örtliches Regierungsgebäude angegriffen. Die Behörden verhängten in der Folge eine nächtliche Ausgangssperre. Die Menschen in Basra gehen seit Wochen immer wieder auf die Straße.

Obwohl die Provinz zu den ölreichsten Regionen der Welt gehört, leidet sie wie auch der Rest des Landes unter massivem Strommangel. Für Wut sorgt zudem die Verschmutzung des Trinkwassers, an der Tausende erkrankt sind, sowie die im ganzen Irak grassierende Korruption.

Angeführt werden die Proteste von jungen Irakern und Stammesältesten. „Die Demonstranten werden ihren Protest fortsetzen, bis ihre legitimen Forderungen erfüllt sind. Das beinhaltet neue Jobs zu schaffen und korrupte Politiker zu bestrafen“, sagte ein Aktivist der Deutschen Presse-Agentur.

Am Montag war das neu gewählte irakische Parlament erstmals seit der Wahl vor mehr als drei Monaten zusammengetreten, nachdem es sich wegen eines Streits um angebliche Wahlfälschungen monatelang nicht konstituieren konnte.