Justiz und Kriminalität

33 Gewalttaten von rechts gegen Journalisten in Deutschland

Wenn rechte Hetze in Gewalt umschlägt: Die Ausschreitungen in Chemnitz im Sommer 2018 schockierten Deutschland.
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Von Anfang 2016 bis Mitte diesen Jahres gab es 33 „politisch rechts motivierte“ Gewalttaten gegen Journalisten in Deutschland.

Berlin – Nach den Erkenntnissen des deutschen Bundeskriminalamts (BKA) hat es in Deutschland von Anfang 2016 bis Mitte August diesen Jahres 33 „politisch rechts motivierte“ Gewalttaten gegen Journalisten gegeben.

Die Zahl geht aus einer Antwort des Innenministeriums auf eine Anfrage der Bundestagsfraktion der Linken hervor. Noch nicht erfasst sind die Attacken auf Medien bei den Kundgebungen in Chemnitz nach dem gewaltsamen Tod eines 35-jährigen Mannes am 26. August. Zuerst hatte das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) über die Daten berichtet.

Nach der BKA-Statistik war die Zahl der Gewalttaten von rechts gegen Medienvertreter seit 2017 rückläufig. Die Linken-Abgeordnete Doris Achelwilm geht allerdings von einer hohen Dunkelziffer aus, weil viele Journalistinnen und Journalisten aus guten Gründen nicht mit Namen und Adresse in den Ermittlungsakten gegen Neonazi-Gewalttäter stehen wollten.

„Statistik besser als die Realität“

Die offizielle Statistik sehe deshalb besser aus als die Realität, so die medienpolitische Sprecherin der Linken. Das offizielle Bild rechtfertige aber nicht, dass die Bundesregierung keinen akuten Handlungsbedarf zum Schutz von Journalisten sehe.

Achelwilm forderte, die Bundesregierung solle zusammen mit den Ländern einen Beauftragten für Pressefreiheit einsetzen, der Vorschläge zu Maßnahmen gegen Gewalt an Journalistinnen und Journalisten machen soll. Außerdem sollten die Innenminister bei ihrer nächsten Konferenz das Thema Gewalt gegen Medien auf die Tagesordnung setzen. (APA/dpa)