„Nova-Air Flugdeck“ auf Grazer Hotel Novapark eröffnet
Graz (APA) - Das „Nova-Air Flugdeck“ auf dem Dach des Grazer Hotels Novapark hat am Mittwoch erstmals seine Pforten geöffnet. Die beiden Pas...
Graz (APA) - Das „Nova-Air Flugdeck“ auf dem Dach des Grazer Hotels Novapark hat am Mittwoch erstmals seine Pforten geöffnet. Die beiden Passagierflugzeuge waren in den vergangenen Monaten auf dem Hotel montiert und ihr Innenleben für die Bewirtung vorbereitet worden. Nun steht eine „Flieger Bar“ in einer Iljuschin-Maschine und ein Restaurant für mehr als 50 Gäste in einer Boeing zur Verfügung.
Neun Monate lang haben die Arbeiten gedauert, am kommenden Wochenende werden bei Tagen der offenen Tür wohl einige Flieger-Begeisterte nach Graz pilgern. Schon der Transport der beiden Maschinen im April und im Mai durch die steirische Landeshauptstadt hatte für Aufsehen gesorgt. Nun sind die Arbeiten abgeschlossen. Hotel-Eigentümer Helmut Neukam hatte bereits 1997 die Idee für ein Flugzeug auf seinem Hotel, aber damals sei die Politik nicht reif dafür gewesen, sagte er am Mittwoch.
Nun habe er es gewagt und er habe den Grazer „Flughafen Nord“ gebaut, wobei er den bei der Eröffnung anwesenden Gerhard Widmann, Geschäftsführer des echten Grazer Flughafens, um Verzeihung für das Wortspiel bat. Dieser zeigte sich gegenüber der APA angesichts der neuen „Konkurrenz“ gelassen: „Das ist schon gut gemacht. Ich wünsche ihnen Erfolg damit.“ Wirtschaftlichen Erfolg wünschte sich auch Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP). Er freute sich darüber, dass jemand eine Vision hatte, dafür zwar belächelt wurde, aber Neukam habe seine Vision realisiert. „Graz darf alles“, sagte der Bürgermeister in Anlehnung an das Kulturhauptstadtjahr 2003: „Wir wollen Hot-Spot der Kreativen sein und nirgends sonst auf der Welt gibt es si etwas wie hier.“
Die beiden Flugzeuge, eine Iljuschin 62 sowie eine Boeing 727-200, wurden im Frühjahr mit nächtlichen Sondertransporten nach Graz geliefert und boten teils spektakuläre Bilder. Die Iljuschin ist die ehemalige Präsidentenmaschine aus der Tschechoslowakei und die „Flieger Bar“ für bis zu 50 Personen sowie ein Lounge-Bereich für mehr als 60 Gäste. Das Flugzeug ist rund 70 Tonnen schwer und sitzt auf einem Bereich des Hotels, der statisch adaptiert wurde, um die Last zu tragen. Die Montage erfolgte an den Fahrwerken.
Die Boeing wurde aus den USA geliefert und war dort vor der Ausmusterung die Maschine der Chicago White Sox. Daher beinhaltet sie bereits eine VIP-Bestuhlung, die im Original erhalten blieb. Die Hälfte der Stühle wurde allerdings gegen die Flugrichtung eingebaut, um dazwischen Tische aufzustellen. Die Boeing ist damit der „Restaurantjet“ und hat Platz für gut 50 Gäste. Küchen-Chef Philipp Pirstinger wird neben einer kleinen österreichischen A la carte-Karte verschiedene Länder „anfliegen“: „Wir planen monatlich wechselnde Themenmenüs mit vier bis sechs Gängen. Dazu wollen wir auch Gast-Köche einladen.“
Die gut 50 Tonnen schwere Boeing ragt zu einem wesentlichen Teil über das Dach des Hotels hinaus, wobei die Nase auf einer Säulenkonstruktion Halt findet. Damit beide Flugzeuge mit ihrer großen Angriffsfläche nicht bei Sturmböen abheben können, sind die Flügel mit im Boden verankerten Stahlseilen niedergespannt. Für den Betrieb der Location vergab das Bauamt der Stadt Graz eine Sondergenehmigung - und das, obwohl sich laut Neukam die Begeisterung der Beamten zu anfangs in Grenzen gehalten habe.
Der Eintritt zum Flugdeck wird für alle Besucher kostenpflichtig sein: Fünf Euro Eintritt wird etwa für Erwachsene verlangt. Per Drehkreuz wird der Zutritt auch überwacht, da maximal 250 Personen am Flugdeck zugelassen sind. Sowohl Touristen als auch Hotelgäste haben Zutritt, außerdem kann jeweils einer der beiden Jets für Firmen- oder private Veranstaltungen gebucht werden. Eine Maschine soll jedenfalls für Touristen zur Besichtigung stets zugänglich sein. Mit dem Ticket-System will die Hotelleitung die Projektkosten von rund zwei Mio. Euro wieder hereinholen.
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