Internationale Pressestimmen zu Manfred Weber
Wien (APA/dpa) - Internationale Zeitungen kommentieren die Ankündigung von CSU-Vizechef Manfred Weber, neuer Präsident der EU-Kommission wer...
Wien (APA/dpa) - Internationale Zeitungen kommentieren die Ankündigung von CSU-Vizechef Manfred Weber, neuer Präsident der EU-Kommission werden zu wollen:
„La Repubblica“ (Rom):
„Das Szenario von hier bis zur Europawahl im Mai ist noch so unklar, dass es zu früh wäre, darauf zu wetten, dass der CSU-Politiker automatisch Nachfolger von Jean-Claude Juncker werden kann. Vor allem, weil er für Merkel nicht die erste Wahl war. (...)
Doch Weber, und das dürfte die Kanzlerin überzeugt haben, ihn zu unterstützen, ist ein guter Kandidat in einem Moment, in dem die Volksparteien in ganz Europa nach rechts abgleiten: In einer „neokonservativen“ EVP (Europäischen Volkspartei) braucht man Brückenbauer, die nicht nur mit (...) (dem ungarischen Regierungschef; Anm.) Viktor Orban in den Dialog treten.“
„De Standaard“ (Brüssel):
„Die Unterstützung von Bundeskanzlerin Merkel für Weber bedeutet vor allem, dass sie sich eine stärkere und verbindlichere Kommission wünscht. Es ist ein Signal, dass Deutschland seine Verantwortung wahrnehmen will. Es ist aber auch ein Manöver, um zu verhindern, dass Spannungen in der Migrationspolitik die Europäische Volkspartei, die christdemokratische und konservative Parteien vereint, auseinanderbrechen lässt. Denn dies würde ihre dominierende Stellung im europäischen Machtgefüge gefährden. Weber versicherte sich auch der Unterstützung des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban, der in der Migrationspolitik diametral entgegengesetzt zu Merkel steht. Aber Machtpolitik bedeutet auch, dass man manchmal Wasser und Feuer miteinander in Einklang bringen muss.“
„Neue Zürcher Zeitung“:
„Erstens könnte er besser als jeder ausländische Präsident die misstrauischen Deutschen mitnehmen, wenn es um die schon lange in Brüsseler Schubladen schlummernden Reformpläne für eine Post-Brexit-EU unter deutsch-französischer Führung gehen wird. Zweitens besitzt Weber als Politiker und Persönlichkeit viele Fähigkeiten, die ihn zu einem erfolgreichen Kommissionspräsidenten machen dürften: Erfahrung und beste Vernetzung in den Brüsseler Maschinenräumen, eine solide innere Wertordnung, ein offenes, bescheidenes Auftreten sowie die absolut zentrale Fähigkeit zu Pragmatismus und Kompromissen. Als Vertreter einer jüngeren Generation gäbe er der Brüsseler EU-Zentrale ein offenes, freundliches Gesicht. Ein Kommissionspräsident Manfred Weber scheint wenig geeignet, den Nachbarländern Angst vor deutschem Hegemonialstreben einzujagen.“
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