EU-Rechnungshof: Lob und leichte Kritik an Erasmus+
Brüssel (APA) - Der EU-Rechnungshof hat das Programm Erasmus+ grundsätzlich gelobt, aber auch leichte Kritik in manchen Bereichen angebracht...
Brüssel (APA) - Der EU-Rechnungshof hat das Programm Erasmus+ grundsätzlich gelobt, aber auch leichte Kritik in manchen Bereichen angebracht. Der frühere litauische Finanzminister und für den Bericht zuständige RH-Experte Rimantas Sadzius erklärte am Donnerstag in Brüssel, die Verfahren zur Antragstellung seien zu komplex.
Auch sollten die Indikatoren zur Messung der Programmleistung mit den Zielen besser abgestimmt werden. Die Lernmobilität im Rahmen von Erasmus+ schaffe einen europäischen Mehrwert in zahlreichen Formen und wirke sich positiv auf die Einstellung der Teilnehmer zur EU aus. Allein wären die Länder nicht in der Lage, eine solche Wirkung zu erreichen.
Jedenfalls wurden nach Angaben des EU-Rechnungshofs die meisten Ziele erreicht, die bezüglich der Erasmus+Mobilität gesetzt wurden. „Erasmus+ hat Millionen von Menschen ein Studium, eine Berufsbildung oder ein Praktikum im Ausland ermöglicht und ist dadurch zu einer bekannten und erfolgreichen Marke der EU geworden“, unterstrich Sadzius. Mit der Erasmus+Mobilität werde auf vielfältige Weise ein europäischer Mehrwert geschaffen, der über die rechtlichen Vorschriften hinausgehe, beispielsweise in Form eines strategischen Mobilitätsansatzes sowie einer Stärkung der europäischen Identität und der Mehrsprachigkeit. Diese Elemente sollten einer Leistungsmessung unterzogen werden.
Für das künftige Erasmus+Programm empfiehlt der EuGH der EU-Kommission, zusätzliche Elemente des europäischen Mehrwerts vorzuschlagen. Diese Elemente sollten in der Projektbeurteilungsphase priorisiert und überwacht werden. Bei der Zuweisung der Mittel sollte der Leistung Priorität eingeräumt werden. Das Programm müsse weiter vereinfacht werden, um mit Hilfe von verbesserten IT-Tools den Verwaltungsaufwand zu verringern. Schüler sollten in die Erasmus+Mobilität aufgenommen und mehr Flexibilität für Doktoranden in Erwägung gezogen werden. Schließlich tritt der EU-Rechnungshof dafür ein, im Rahmen der Bürgschaftsfazilität für Studiendarlehen die Mobilität von Doktoranden und Nichtgraduierten zu berücksichtigen.
Erasmus+ hat ein Budget von 16,45 Milliarden Euro für den Zeitraum 2014-2020. Das Programm erstreckt sich auf Hochschulbildung, berufliche Aus- und Weiterbildung, Schulbildung, Erwachsenenbildung, Jugend und Sport. Es wird zu 80 Prozent im Wege der indirekten Mittelverwaltung durch nationale Agenturen umgesetzt.
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