Innsbruck-Land

Neuer Schauraum als „Schmuckkastl“ für Thaur

Geschichte und Natur sind im neuen Schauraum vereint. GF Hermann Sonntag (Naturpark Karwendel), BM Christoph Walser, Obmann Joe Bertsch vom Verein Chronos Thaur und Ausstellungsplaner Robert Gander (v. l.).
© Domanig

Der neue Ausstellungsraum „rundumthaur“ öffnet ein Fenster in die 6000-jährige Siedlungsgeschichte – und die erstaunliche Welt der Eulen.

Thaur –Nach zwei Jahren intensiver Vorbereitung ist Thaur nun um eine weitere Attraktion reicher: Direkt neben dem Romedikirchl, im Obergeschoß des neuen Gasthofs Romediwirt, wurde gestern der Schauraum „rundumthaur“ feierlich eröffnet, der faszinierende Einblicke in die Geschichte und Natur im Raum Thaur ermöglicht.

Großer Dank gelte Obmann Joe Bertsch und dem engagierten Dorfgeschichtsverein Chronos Thaur, betont BM Christoph Walser. „Sie haben den Schlossberg mit der Ruine in 20 Jahren von einem Steinhaufen in ein Schmuckkastl für Thaur und weit darüber hinaus verwandelt.“ Der Wunsch des Vereins, irgendwann ein Museum zu realisieren, wurde nun in Kombination mit dem Gasthof umgesetzt: Ende 2014 war das alte Bauernhaus neben dem Romedikirchl abgebrannt. „Wir konnten den Eigentümer in guten Verhandlungen überzeugen, vom schon genehmigten Neubauvorhaben abzuweichen und dort gemeinsam mit der Gemeinde einen Gasthof und ein Besucherzentrum unterzubringen“, erklärt Walser. Das Gesamtprojekt werde die Gemeinde am Ende ca. 700.000 bis 900.000 Euro kosten, „aber das ist gut investiertes Geld“. Auch vom Land Tirol fließen Förderungen.

Neben ausgewählten Objekten warten u. a. auch sehenswerte Kurzfilme.
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Der Schauraum sei kein „klassisches Dorfmuseum“, meint Bertsch, sondern greife aus der 6000-jährigen Thaurer Siedlungsgeschichte und der tirolweit fast einzigartigen Dichte an archäologischen Fundstätten ausgewählte Aspekte heraus: Dazu zählt etwa der Kiechlberg, eine abgelegene Hügelkuppe, auf der sowohl Spuren jungsteinzeitlicher Siedler als auch mittelalterliche Mauern entdeckt wurden, die den Experten noch viele Rätsel aufgeben. Ein Schwerpunkt gilt natürlich auch der um 1150 entstandenen Thaurer Burg – so gibt ein Inventar Einblick in die einstige Ausstattung – und deren Vorgeschichte: Die Hinweise, dass am Schlossberg zuvor schon eine spätantike Höhensiedlung bestand, haben sich zuletzt weiter verdichtet. Zudem geht die Ausstellung der spannenden Frage nach, ob der in Thaur als Dorfpatron verehrte Romedius tatsächlich eine historische Persönlichkeit war.

„Die Besucher sollen aber auch hinausgehen und die Geschichte vor Ort erleben“, sagt Robert Gander, der die Ausstellung zusammen mit Gabriele Rath konzipiert hat: Auf einem interaktiven Rundgang über das wildromantische Ruinengelände können sie per App in die Historie der Burg eintauchen – wobei „Knappe Kunibert“ das Wissen auch kindgerecht vermittelt.

Eine Besonderheit des Schauraums ist die Verbindung von Kultur und Natur – letzteren Aspekt steuert der Naturpark Karwendel bei. Der Fokus liege auf Eulen, wie GF Hermann Sonntag erklärt, schließlich seien im Raum Thaur mehrere Eulenarten wie Wald- und Raufußkauz beheimatet. Beleuchtet wird etwa deren erstaunliche Fähigkeit, fast lautlos zu fliegen.

Ab heute ist der Schauraum jeweils dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr bei freiem Eintritt geöffnet. (md)

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