Erneut Luftangriffe auf syrische Rebellenhochburg Idlib
Damaskus (APA/dpa) - Einen Tag vor dem Syriengipfel in Teheran ist das Rebellengebiet Idlib im Nordwesten des Bürgerkriegslandes erneut aus ...
Damaskus (APA/dpa) - Einen Tag vor dem Syriengipfel in Teheran ist das Rebellengebiet Idlib im Nordwesten des Bürgerkriegslandes erneut aus der Luft angegriffen worden. Die Rettungsorganisation Weißhelme berichtete am Donnerstag, in dem Ort Al-Tamanah im Süden der Provinz Idlib sei eines ihrer Zentren zerstört worden. Sie machte dafür syrische Regierungskräfte verantwortlich.
Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete auch von mindestens sieben russischen Luftangriffen auf die Region.
Idlib ist das letzte große Rebellengebiet in Syrien. Die Regierung hat dort ihre Truppen zusammengezogen und droht mit einer Offensive. Sie will nach eigenen Angaben das ganze Land wieder unter ihre Kontrolle bringen. In der Region ist die mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbundene Miliz Haiat Tahrir al-Sham (HTS) sehr stark.
Hilfsorganisationen und mehrere Regierungen warnen vor einer neuen humanitären Katastrophe. In der Region leben den UN zufolge rund drei Millionen Zivilisten, fast die Hälfte davon Vertriebene.
Russland und der Iran als Unterstützer der Regierung und die Türkei als Schutzmacht der Opposition wollen am Freitag in Teheran über die Krise in Idlib beraten. Vor allem die Türkei will eine Offensive verhindern, weil sie eine neue Flüchtlingswelle befürchtet.
Die arabische Tageszeitung „Al-Hayat“ meldete am Donnerstag unter Berufung auf syrische Oppositionskreise, Russland und die Türkei hätten eine Einigung zu Idlib erzielt. Demnach soll die Türkei die Aufgabe übernehmen, Terrororganisationen in Idlib zu bekämpfen und dafür ausreichend Zeit bekommen. Die Regierung in Ankara hatte die HTS-Miliz in der vergangenen Woche auf die Terrorliste gesetzt.
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