EU-Projekt „E-Protect“ will Opferschutz für Minderjährige verbessern

Wien (APA) - Zu einem wirksameren Schutz von minderjährigen Verbrechensopfern soll das Projekt „E-Protect“ (Enhancing Protection of Children...

Wien (APA) - Zu einem wirksameren Schutz von minderjährigen Verbrechensopfern soll das Projekt „E-Protect“ (Enhancing Protection of Children - Victims of Crime) beitragen, das am Donnerstag in Wien vorgestellt wurde. „Die Vernetzung von Interessierten in diesem Bereich soll vorangetrieben werden“, erklärte Reinhard Kreissl, Geschäftsführer des Vienna Centre for Societal Security (VICESSE).

Wiederholte Befragungen durch verschiedene Institutionen an mehreren unterschiedlichen Orten und die Verwendung unangemessener Sprache sind nur zwei Umstände, die Kinder und Jugendliche besonders belasten, wenn sie als Verbrechensopfer einen Strafprozess durchstehen müssen. Die daraus resultierenden Retraumatisierungen wie auch die mehrfache Viktimisierung soll in der EU durch juristische Maßnahmen vermieden werden. „Österreich ist im europäischen Vergleich zwar weit vorne, aber es gibt immer Dinge, die noch besser gemacht werden können“, meinte Kreissl. Finanziert wird das Projekt zu 80 Prozent aus Mitteln des Justiz-Programmes der Europäischen Kommission, für alle Partner seien das insgesamt rund 300.000 Euro, hieß es.

Ziel des Projekts sei eine verstärkte Sensibilisierung der Öffentlichkeit für Kinderrechte. Nationalen Interessensvertretern und Experten aus dem Bereich Opferschutz, politischen Entscheidungsträgern und Medienvertretern soll eine gemeinsame Vernetzungsplattform geboten werden, wodurch die praktische Umsetzung der EU-Opferschutzrichtlinie gefördert werden soll. Fünf Organisationen aus fünf Ländern - Österreich, Bulgarien, Griechenland, Italien und Rumänien - arbeiten im Rahmen von „E-Protect“ zusammen. Neben einer allgemeinen rechtlichen Analyse der bisherigen Umsetzung der nationalen EU-Opferschutzrichtlinie konzentriert sich „E-Protect“ vor allem deren Artikel 22. Sie beinhaltet die individuelle Begutachtung der Opfer zur Ermittlung besonderer Schutzbedürfnisse, speziell von minderjährigen Opfern von Verbrechen.

Ein Schwerpunkt liegt u.a. auf dem Teilen von Best-Practice-Beispielen und Analysen auf der Website www.childprotect.eu. Die Seite ist derzeit in einer Beta-Version zugänglich und werde künftig regelmäßig erweitert, sagte Projektmitarbeiterin Michaela Scheriau. In den Untersuchungen des österreichischen Forschungsteams habe sich bisher gezeigt, dass die größten Herausforderungen in der Koordinierung und Zusammenarbeit der verschiedenen institutionellen Akteure sowie in der länderübergreifenden Harmonisierung von Qualitätsstandards in der Opferschutzarbeit liegen.

Beginnend mit Oktober dieses Jahres sollen in Österreich und den anderen Projektländern die Ergebnisse der Analysen in Seminaren und Vernetzungstreffen thematisiert werden. Eines der Ziele sei dann in Zusammenarbeit mit Experten die Entwicklungsmethode einer individuellen Begutachtungsmethode, die den Bedürfnissen von Kindern entspricht. Nach den für das Projekt anberaumten zwei Jahren sollen Empfehlungen bzw. Guidelines für die Politik vorliegen.

(S ER V I C E - www.childprotect.eu, www.vicesse.eu)