Merkel für offenes Gespräch mit der Türkei
Berlin (APA/AFP) - Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat trotz der „schweren Auseinandersetzungen“ mit der Türkei für einen o...
Berlin (APA/AFP) - Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat trotz der „schweren Auseinandersetzungen“ mit der Türkei für einen offenen Austausch plädiert. Angesichts der „unsicheren Gegebenheiten“ in der Region sei „eine Brücke, eine Verständigung mit der Türkei wichtig“, sagte Merkel im RTL-Sommerinterview am Donnerstag.
Deutschland habe „ein strategisches Interesse daran, dass die Türkei sich wirtschaftlich vernünftig entwickelt“, betonte sie.
Merkel verwies aber auch auf die weiter bestehenden Differenzen. „Wir haben schwere Auseinandersetzungen, und die bleiben auch, über die politischen Dinge in der Türkei“, sagte die Kanzlerin. „Wir haben deutsche Staatsbürger, die nach wie vor im Gefängnis sitzen. Wir werden uns weiterhin um deren Freilassung bemühen.“ Das „beharrliche Sprechen“ darüber habe dazu geführt, dass einige Inhaftierte „glücklicherweise“ frei gekommen seien.
Zur drohenden Offensive auf die letzte syrische Rebellenhochburg Idlib sagte Merkel, eine humanitäre Katastrophe müsse unbedingt vermieden werden. „Es muss jetzt versucht werden, dass man die radikalen Kräfte natürlich bekämpft, aber die Zivilbevölkerung schützt. Das wird eine sehr große, wichtige Aufgabe sein“, sagte Merkel. Sie habe dazu Gespräche mit Russlands Präsident Wladimir Putin und dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan geführt.
Der deutsche Außenminister Heiko Maas (SPD) war am Mittwoch zu Gesprächen nach Ankara gereist. Er hatte sich dabei für eine Entspannung des deutsch-türkischen Verhältnisses eingesetzt, nach eigenen Worten aber auch „in aller Offenheit“ die Frage der inhaftierten Deutschen und andere „Irritationen“ angesprochen. Auch die drohende Offensive der syrischen Armee auf Idlib war Thema, wobei Maas für den Fall einer Fluchtwelle zusätzliche Hilfe Deutschlands zusicherte.
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