Slowenischer Paramilitär-Anführer bleibt vorerst in Polizeigewahrsam
Ljubljana (APA) - Dem Anführer der rechtsextremen paramilitärischen Gruppe in Slowenien, Andrej Sisko, wird die Gefährdung der Verfassungsor...
Ljubljana (APA) - Dem Anführer der rechtsextremen paramilitärischen Gruppe in Slowenien, Andrej Sisko, wird die Gefährdung der Verfassungsordnung und Staatssicherheit vorgeworfen. Dies sagte der Leiter der Kriminalpolizei Maribor, Robert Munda, bei einer Pressekonferenz in Ljubljana nach der Festnahme Siskos am Donnerstag. Sisko und ein weiterer Verdächtigter blieben vorerst in Polizeigewahrsam.
Die Polizei wolle Sisko dem Untersuchungsrichter vorführen, kündigte Munda an. Laut Medienberichten dürfte dies bereits am Donnerstagnachmittag passieren.
Der Kriminalpolizei-Chef nannte Sisko zwar nicht beim Namen, doch aus dem Kontext und der Tatsache, dass er vor laufenden Kameras von der Polizei weggeführt wurde, kann man davon ausgehen, dass es sich bei dem „Erstverdächtigten aus Maribor“ tatsächlich um Sisko handelt.
Sisko wird Aufhetzung zur gewaltsamen Änderung der Verfassungsordnung vorgeworfen. Als Anführer der Gruppe habe er zum gewaltsamen Umsturz von höchsten Staatsvertretern aufgerufen, so der Vorwurf. Sisko habe eine bewaffnete Gruppe organisiert und in Videoaufnahmen auf die Notwendigkeit eines Umsturzes verwiesen, sagte Munda. „Das sind Drohungen, die man äußerst ernst nehmen muss, was wir in diesem Fall auch gemacht haben“, betonte er.
Die Polizei stellte anhand von Fotos und Videos in sozialen Netzwerken auch fest, dass einer der Verdächtigten im Besitz eines unerlaubten Sturmgewehrs M70 war. Der Besitz des Militärgewehrs sei Privatpersonen untersagt, so Munda.
Dem zweiten Verdächtigten, der am Donnerstag ebenfalls festgenommen wurde, wird Beihilfe bei diesen Straftaten zur Last gelegt. Er habe die Teilnehmer für die Versammlung angeworben, hieß es. Die Polizei geht davon aus, dass manche Teilnehmer über den tatsächlichen Zweck der Versammlung getäuscht worden seien. Bei einer dritten Person wurde bei der Hausdurchsuchung außerdem ein halbes Kilo Marihuana gefunden. Am Donnerstag wurden Hausdurchsuchungen in fünf Wohnungen durchgeführt.
Die Versammlung von rund 60 uniformierten Männern in Tarnkappen, die unter anderem mit Hacken bewaffnet waren, fand laut der Polizei am 1. September auf einer Wiese und im Wald in dem Ort Janhova in der Gemeinde Apace statt. Die nordöstliche slowenische Gemeinde grenzt an Österreich. Laut der Polizei fand an dem Standort nur die Versammlung statt, nicht aber Truppenübungen.
Die Polizei wehrte sich am Donnerstag auch gegen Vorwürfe aus der Öffentlichkeit, man habe zu spät und nicht angemessen auf die Vorgänge in der Grenzregion reagiert. „Wir verstehen die Erwartungen der Öffentlichkeit, vor allem bei einer so auffälligen Geschichte. Wir erwarten aber auch Verständnis dafür, dass wir eine bestimmte Zeit brauchen, um unsere Arbeit gesetzesmäßig durchführen zu können“, sagte Bostjan Lindav, stellvertretende Direktor der Kriminalpolizei bei der slowenischen Polizeidirektion.
Nachdem anfangs der Woche Fotos und Videos in sozialen Netzwerken aufgetaucht waren, empörte sich die Öffentlichkeit, weshalb Sisko noch auf freiem Fuß sei und Fernsehinterviews geben könne. Sisko goss noch zusätzlich Öl ins Feuer, als er angab, gute Polizei-Kontakte zu haben, und behauptete, ein Teil der Exekutive würde sein Vorhaben sowieso unterstützen.
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