Grafenegg: Bruckners Fünfte, philharmonisch im Wolkenturm
Grafenegg (APA) - Prominent eingeleitet wurde am Donnerstagabend das letzte Wochenende des 12. Grafenegg Festivals im ausverkauften Wolkentu...
Grafenegg (APA) - Prominent eingeleitet wurde am Donnerstagabend das letzte Wochenende des 12. Grafenegg Festivals im ausverkauften Wolkenturm. Die Wiener Philharmoniker mit Franz Welser-Möst und Bruckners Fünfter - das ist schließlich eine vielversprechende Konstellation.
Es scheint - nach der Salzburger „Salome“ oder auch Henzes „Tristan“ - wohl ein ganz besonderes Naheverhältnis zu sein, das dieses Orchester und Welser-Möst derzeit miteinander verbindet. Anton Bruckners fünfte Symphonie wird in den nächsten Tagen auch in Luzern und Glyndebourne auf dem Programm stehen. Dass es in Grafenegg als einziges Werk des Abends erklang, war eine kluge Entscheidung. Was denn auch sollte diesem 75-minütigen Solitär wirklich Paroli bieten?
Musterhaft transparent, geradezu plastisch ersteht die Klangarchitektur unter der umsichtigen gestalterischen Leitung von Welser-Möst, der in die dramaturgischen Steigerungen genau jenes Maß an Temperament legt, das einem ausgewogenen Gesamtbild zuträglich ist. Die dumpfen Pizzicati kommen ganz subtil, Choral-Passagen fließen organisch, ganz selten geht auch einmal ein Einsatz flöten, was schon wieder sympathisch anmutet angesichts vorherrschender Perfektion.
Ins Finale geht das Festival Grafenegg mit dem Tonkünstler-Orchester Niederösterreich unter Dmitrij Kitajenko, der Sächsischen Staatskapelle Dresden unter Alan Gilbert und - am Sonntag - dem Mariinsky Orchester St. Petersburg, geleitet von Valery Gergiev. Für alle Veranstaltungen gibt es noch Restkarten.
(S E R V I C E - Grafenegg Festival, bis 9. September, Information und Tickets: Tel. 02735/5500, www.grafenegg.com)
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