„Lückenschluss“ bei Vermittlung von jungen Lehrstellensuchenden in NÖ

St. Pölten (APA) - Mit zusätzlichen Potenzialanalysen für Lehrstellensuchende wollen Wirtschaftskammer, Arbeiterkammer und Arbeitsmarktservi...

St. Pölten (APA) - Mit zusätzlichen Potenzialanalysen für Lehrstellensuchende wollen Wirtschaftskammer, Arbeiterkammer und Arbeitsmarktservice in Niederösterreich dem Fachkräftemangel entgegenwirken und Jobsuchende rasch in den Arbeitsmarkt integrieren. In der Diskussion um Asylwerber in Lehre erwartet sich Sonja Zwazl, Präsidentin der Wirtschaftskammer NÖ, „Lösungen für unsere Betriebe“.

„Wir erwarten uns, dass es Lösungen für die Wirtschaft gibt und dass man Möglichkeiten schafft“, so Zwazl am Freitag zur laufenden Debatte. Die Wirtschaft sei in Gespräche eingebunden, hielt sie am Rande einer Pressekonferenz mit S-Landesgeschäftsführer Sven Hergovich und Markus Wieser, Präsident der Arbeiterkammer Niederösterreich, fest.

Der AMS-Landesgeschäftsführer berichtete von einem „massiv steigenden Fachkräftebedarf“ in Niederösterreich - vor allem im technischen Bereich und im Mostviertel. Eine am Freitag in St. Pölten vorgestellte Aktion richtet sich an Lehrstellensuchende bis 25 Jahre mit und ohne Migrationshintergrund, darunter auch Asylberechtigte. Junge Menschen, deren Potenziale nicht in der Schulzeit oder im Rahmen einer Maßnahme des Arbeitsmarktservice (AMS) getestet wurden, sollen eine Potenzialanalyse machen, damit sie schneller an Betriebe vermittelt werden können. Die zusätzlichen Tests stellen laut Hergovich einen „Lückenschluss“ dar. Er rechnet dabei mit rund 100 Jugendlichen pro Jahr. Die Teilnahme ist freiwillig. Insgesamt werden derzeit im Rahmen von AMS-Maßnahmen mehr als 5.000 Tests jährlich durchgeführt.

Getestet werden sollen der kognitive Wissenstand, zum Beispiel Rechenkenntnisse, handwerklich-technische Fähigkeiten in der Werkstatt, aber auch die Belastbarkeit der jungen Menschen. Zudem werden die Deutschkenntnisse überprüft. Ein Testlauf dauert acht Stunden, durchgeführt werden die Analysen in Gruppen zu je zehn Teilnehmern am WIFI in St. Pölten, Mödling, Stockerau und Gmünd. Gestartet werden soll Ende September/Anfang Oktober. Die Wirtschaftskammer übernimmt die Kosten für diese Potenzialanalysen, die laut Zwazl in den Landessprachen der Teilnehmer angeboten werden.

Bei den Asylberechtigten unter 25 Jahren waren Ende August insgesamt 739 Personen (plus 4,2 Prozent im Jahresabstand) beim AMS NÖ gemeldet. Davon waren 472 in Schulung, 145 arbeitslos und 122 auf Lehrstellensuche.

~ WEB http://www.ams.at

http://www.arbeiterkammer.at

https://news.wko.at/presse ~ APA249 2018-09-07/12:29