Wiener Rentenmarkt nach US-Arbeitsmarktbericht etwas schwächer
Wien (APA) - Der Wiener Rentenmarkt hat sich am Freitag nach Vorlage des US-Arbeitsmarktberichts für August mit Abschlägen gezeigt. Die Rend...
Wien (APA) - Der Wiener Rentenmarkt hat sich am Freitag nach Vorlage des US-Arbeitsmarktberichts für August mit Abschlägen gezeigt. Die Renditen aller Laufzeiten zogen an. Diese Tendenz zeigte sich auch bei den meisten zehnjährigen europäischen Benchmark-Anleihen.
Die US-Arbeitsmarktdaten zeichneten ein wirtschaftsfreundliches Bild. Im August wurden 201.000 neue Arbeitsplätze geschaffen, das sind 10.000 Stellen mehr als von Experten erwartet. Zugleich zeichnet sich ein größerer Lohndruck ab, der sich in einer höheren Inflationsrate bemerkbar machen dürfte. Die Gehälter stiegen zum Vorjahr um 2,9 Prozent und damit so stark wie seit Juni 2009 nicht mehr.
Damit lag der Lohnanstieg nach Angaben der Experten der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) nicht nur über den Erwartungen, sondern bereits den zweiten Monat in Folge über dem Trend der vorangegangenen Monate. „Entsprechend erreichte die Lohndynamik im Vorjahresvergleich mit 2,9 % den höchsten Wert seit Juni 2009. Die rentennegative und zugleich dollarpositive Marktreaktion speist sich vorwiegend aus dieser Tatsache“, so die LBBW weiter. Der Lohnentwicklung galt im Vorfeld des Berichts besondere Aufmerksamkeit, da auch die US-Notenbank diesen Indikator bei der Planung ihrer Zinsschritte beachtet.
In der nächsten Woche bleibt weiterhin der Handelskonflikt zwischen den USA und China im Blickpunkt der Märkte. Konjunkturseitig beginnt die Woche ruhig, ab Wochenmitte werden dann aber einige wichtige Konjunkturdaten aus den USA erwartet - darunter Zahlen zu Erzeugerpreisen, Einzelhandelsumsätzen und Industrieproduktion. „In der Berichtswoche dürften die US-Konjunkturindikatoren (Einzelhandelsumsätze und Industrieproduktion) das robuste Wachstum unterstreichen“, erwarten die Volkswirte der Helaba in ihrem Wochenausblick.
Um 16:40 Uhr notierte die Leitemission am europäischen Rentenmarkt, der deutsche Euro-Bund Future mit Dezember-Termin, mit 159,99 um 37 Basispunkte unter dem Schluss-Stand vom Vortag (160,36). Heute Früh notierte der Rentenfuture mit 160,15. Das Tageshoch lag bisher bei 160,43, das Tagestief bei 159,83, die Tagesbandbreite umfasst damit bisher 60 Basispunkte. In Frankfurt wurden bisher etwa 459.111 Dezember-Kontrakte gehandelt.
Die Rendite der 30-jährigen heimischen Bundesanleihe lag am Nachmittag bei 1,40 (zuletzt: 1,38) Prozent, die der zehnjährigen Benchmark-Anleihe bei 0,58 (0,57)Prozent, jene der fünfjährigen bei -0,05 (-0,05) Prozent und die Rendite der zweijährigen Emission betrug -0,47 (-0,48) Prozent.
Der Rendite-Spread zur vergleichbaren deutschen Benchmark-Anleihe betrug für die 30-jährige Bundesanleihe am Nachmittag 35 (zuletzt: 35) Basispunkte. Die zehnjährige Referenz-Bundesanleihe lag 26 (26) Basispunkte über der deutschen Zinskurve. Für die fünfjährige errechnet sich ein Rendite-Abstand von 20 (21) Basispunkten und für die zweijährige ein Aufschlag von 15 (15) Punkten gegenüber der vergleichbaren deutschen Anleihe.
Börsenkurse und Interbankhandel-Taxen von ausgewählten Benchmark-Anleihen:
~ Emission LZ Kupon Handel --- Rendite Kurs Börse --- -- --- Geld Brief heute zuletzt Bund 47/02 30 1,50 102,27 102,85 1,40 103,46 102,73 Bund 28/01 10 0,75 101,54 101,61 0,58 101,91 101,56 Bund 23/03 5 0,00 100,23 100,44 -0,05 100,4 100,3 Bund 20/01 2 3,90 108,08 108,18 -0,47 108,16 108,16 ~
Kommentare