Neo-Weltverbands-Präsident Dahlin soll Biathlon in bessere Ära führen

Porec (APA/dpa/sda) - Ein Schwede soll den ins Zwielicht geratenen Biathlon-Sport wieder ins rechte Licht rücken. Olle Dahlin wurde am Freit...

Porec (APA/dpa/sda) - Ein Schwede soll den ins Zwielicht geratenen Biathlon-Sport wieder ins rechte Licht rücken. Olle Dahlin wurde am Freitag auf dem Weltverbands-Kongress in Porec als Nachfolger des unter Korruptionsverdachts stehenden Norwegers Anders Besseberg gewählt. Der 63-Jährige plant ambitioniert den Neustart und sagte: „Ich kann den Biathlon in eine neue Ära führen, stärker als je zuvor.“

Dahlin setzte sich am Freitag bei der Wahl mit 39 Stimmen gegen die lettische Verbandspräsidentin Baiba Broka (12) durch. „Ich will ein Präsident für alle Athleten und alle Nationen sein“, sagte der ehemalige Athlet nach gewonnener Wahl, bei der Klaus Leistner als Vizepräsident Finanzen wiedergewählt wurde.

Der Tiroler ist auch in den kommenden vier Jahren wie bisher für die Verbands-Finanzen zuständig. „Ich stand und werde weiter für Fairness, Transparenz und wasserfestes Finanzmanagement der IBU stehen“, sagte der ÖSV-Geschäftsführer. Mit Franz Berger gehört ein weiterer Österreicher weiter dem zehnköpfigen Technischen Komitee an.

Dahlins Aufgabe unterdessen ist schwierig, im besten Falle ambitioniert. Neben dem noch immer schwelenden Skandal um mutmaßliches russisches Staatsdoping sorgte zuletzt ein interner Korruptionsskandal für Negativschlagzeilen. Unter Besseberg, der nach 25 Jahren im Amt nicht mehr antrat, sollen möglicherweise neben Bestechungsgeldern für die WM-Vergabe ans russische Tjumen 2016 auch russische Dopingsünder gedeckt und 65 Doping-Proben vertuscht worden sein.

Seit Ende 2017 ermittelt die österreichische Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft gegen zwölf Personen - gegen zwei, darunter Besseberg, wegen Korruptionsvorwürfen. Das hatte der Verband öffentlich gemacht. Besseberg bestreitet alle Vorwürfe.

Sowohl Dahlin als auch Broka hatten in ihren Wahlprogrammen Transparenz und einen harten Anti-Dopingkampf angekündigt. Am Freitag bekräftigte Dahlin, die Ethik-Kommission des Verbandes stärken zu wollen und die Führungsstrukturen von einer externen Review-Kommission prüfen lassen zu wollen. „Um unserer Verantwortung gegenüber unserem Sport gerecht zu werden, müssen wir unsere Führung verbessern“, sagte Dahlin bei seiner Antrittsrede.

Transparenz hat der Biathlonverband dringend notwendig, zumal das Internationale Olympische Komitee (IOC) sämtliche Zahlungen an die IBU im Juni gestoppt hatte. Erst wenn zahlreiche Bedingungen erfüllt werden, kehrt der Biathlon-Verband an die IOC-Geldtöpfe zurück. Das weiß auch Dahlin. Als Vizepräsident in den vergangenen vier Jahren unter Besseberg war Dahlin als Aufklärer und Reformer aber nicht in Erscheinung getreten.