BVT - Zahl der Informationen ausländischer Geheimdienste blieb stabil
Wien (APA) - Das Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) bekommt pro Monat an die tausend Nachrichten von ausländisc...
Wien (APA) - Das Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) bekommt pro Monat an die tausend Nachrichten von ausländischen Geheimdiensten übermittelt. Daran hat sich auch nach den Hausdurchsuchungen und vorübergehenden Suspendierungen beim BVT nichts geändert, wie aus internen Zahlen des Verfassungsschutzes ersichtlich ist.
Im Zuge der Hausdurchsuchungen beim BVT ist zwischen Regierung und Opposition ein Streit darüber entbrannt, wie sehr das BVT durch das Vorgehen von Innenministerium, Polizei und Justiz beschädigt wurde, und ob das BVT bei der internationalen Zusammenarbeit von anderen Geheimdiensten nun gemieden wird. Die Regierung stellte einen Vertrauensverlust stets in Abrede. Im BVT-Untersuchungsausschuss wurde zuletzt aber bekannt, dass der Verfassungsschutz wegen der Razzia in den eigenen Reihen kurz vor der Suspendierung aus dem „Berner Club“ gestanden war. Diese Gruppe besteht aus den Chefs der Inlandsnachrichtendienste der 28 EU-Staaten sowie einiger weiterer Länder und tauscht sich vor allem über Fragen und Ermittlungen im Zusammenhang mit der Terrorismusbekämpfung aus. Erste Zeugenaussagen beim U-Ausschuss und internationale Medienberichte im Vorfeld deuteten ebenfalls an, dass das Vertrauen ausländischer Geheimdienste in das BVT durch den polizeilichen Zugriff und die Sicherstellung geheimer Daten beim Verfassungsschutz massiv gesunken ist.
Rein quantitativ betrachtet ist in der Zusammenarbeit des BVT mit ausländischen Geheimdiensten allerdings kein Bruch zu erkennen. Der Informationsfluss blieb auch nach den Kalamitäten beim BVT stabil. Dies ist aus internen Zahlen ablesbar, die der APA vorliegen. Im Jahr 2017 erhielt das Bundesamt demnach im Monatsdurchschnitt 960 Informationen von ausländischen Geheimdiensten übermittelt. Die meisten Informationen, nämlich 1.069 gab es im August, die wenigsten mit 885 im Dezember.
An diesen Größenordnungen hat sich auch im Jahr 2018 kaum etwas geändert. Von Jänner bis August langten im Monatsschnitt 953 Informationen von ausländischen Geheimdiensten beim österreichischen Verfassungsschutz ein. Den größten Nachrichtenfluss gab es mit 1.023 Informationen nur wenige Wochen nach den Hausdurchsuchungen beim BVT im März. Die geringste Zahl an Infos wurde mit 874 im August übermittelt. „Wir spüren auch keinen Rückgang im Austausch oder bei den Gesprächen mit den Vertretern der Dienste hier in Wien“, heißt es weiters in einer intern verbreiteten BVT-Mitteilung. Über die inhaltliche Qualität der übermittelten Informationen ist aus Geheimhaltungsgründen naturgemäß nichts bekannt.
~ Summe Informationen ausländischer Geheimdienste an das BVT Zeitraum Jänner 2017 bis August 2018
Jänner 2017 988 Februar 930 März 1.006 April 925 Mai 940 Juni 973 Juli 1.021 August 1.069 September 894 Oktober 970 November 928 Dezember 885 Jänner 2018 966 Februar 973 März 1.023 April 936 Mai 999 Juni 961 Juli 891 August 874 ~
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