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Kaufmann geht, mehr Frauen sollen in Sportrat

Eigentlich war es eine Debatte über die Mehrfachfunktionen des Innsbrucker Ex-Vizebürgermeisters Christoph Kaufmann (Für Innsbruck). Am 15. ...

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Eigentlich war es eine Debatte über die Mehrfachfunktionen des Innsbrucker Ex-Vizebürgermeisters Christoph Kaufmann (Für Innsbruck). Am 15. Oktober tritt er seinen neuen Job in der Innsbrucker Olympiaworld an, gleichzeitig ist Kaufmann noch Gemeinderat. Und als Vizepräsident des VP-nahen Sportdachverbands „Sportunion" sollte er auch in den Landessportrat entsandt werden. Der Sportrat ist das wichtigste Beratungsgremium des Landes in Sportangelegenheiten und -förderungen.

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Doch Kaufmann rückte nicht nur sich selbst wegen möglicher Unvereinbarkeiten in den Mittelpunkt, sondern ganz allgemein die Besetzung des Landesportrats. Denn in dem Gremium mit 15 Mitgliedern ist aktuell nur eine Frau (!) vertreten. Zusammen mit den weiteren 15 Ersatzmitgliedern sind es insgesamt fünf Frauen. Doch der Reihe nach.

Nach aufkeimender Kritik bat Kaufmann die Sportunion, von einer Entsendung seiner Person in den Landessportrat Abstand zu nehmen. „Damit kein Schaden entsteht", so Kaufmann. Ursprünglich wollte die Landesregierung bereits gestern die Bestellung der Haupt- und Ersatzmitglieder im Landessportrat beschließen, doch der Regierungsantrag wurde zurückgezogen. Weil die Stadt Innsbruck säumig ist. Sie hat noch niemanden nominiert. Gleichzeitig gilt der geringe Frauenanteil nicht gerade als politisches Signal von Schwarz-Grün. Schließlich heißt es dazu im Sportförderungsgesetz: Bei der Bestellung ist auf eine angemessene Vertretung der Frauen im Landessportrat hinzuwirken.

So weit, so gut. Die drei Dachverbände ASVÖ, ASKÖ und Sportunion entsenden jeweils zwei Mitglieder wie auch der Gemeindeverband. TiSport hat drei Vertreter im Sportrat, auf Innsbruck, den Behindertensportverband, die Wirtschaftskammer und die Sportwissenschaft entfällt je ein Sitz. Sportreferent LHStv. Josef Geisler (ÖVP) hofft deshalb, dass noch ein Umdenken einsetzt. Vor allem bei den Sportorganisationen. „Ich will nicht hineinregieren, aber ein ausgewogeneres Verhältnis mit mehr Frauen im Landessportrat wäre wünschenswert." Die Grünen haben sich bereits für eine repräsentativere Zusammensetzung in Hinblick auf Geschlecht und Sportarten ausgesprochen.

Barbara Hotter von der Sport-Uni und einziges weibliches Mitglied im Landessportrat hofft ebenfalls auf einen höheren Frauenanteil. Sie spricht aber von einem generellen Problem, „weil Frauen in Sportvereinen generell unterrepräsentiert sind. Familie und Beruf fordern sie, Männer bringen das offenbar leichter unter einen Hut." Bei der Vergabe von Förderungen wirke sich das aber nicht aus.

An den Töpfen, wo Macht und Geld verteilt werden, seien Männer gerne unter sich, kritisiert hingegen SP-Frauenchefin Selma Yildirim. Sie fordert eine verpflichtende Frauenquote von 40 Prozent in Landesinstitutionen. (pn)


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