Kinder-Reha in Wiesing: Land verteidigt Widmung

Wiesing, Innsbruck – „Alles korrekt abgelaufen“, heißt es zusammengefasst seitens der Abteilung Raumordnungsrecht zur Widmung für die geplan...

Wiesing, Innsbruck –„Alles korrekt abgelaufen“, heißt es zusammengefasst seitens der Abteilung Raumordnungsrecht zur Widmung für die geplante Kinder-Reha in Wiesing. Im aufsichtsbehördlichen Genehmigungsverfahren sei alles fachlich und rechtlich geprüft worden, teilt die Behörde mit. Die Gemeinde habe ein lärmtechnisches Gutachten vorgelegt, welches „nachvollziehbar, schlüssig und widerspruchsfrei auf die lärmtechnische Situation im gegenständlichen Bereich“ eingehe. Für einen Streifen direkt an der Achensee-Bundesstraße seien lärmmindernde Maßnahmen für notwendig erachtet worden. Da diese sich in der Widmung der Gemeinde nicht wiederfanden, sei die Widmung dieser Teilfläche aufsichtsbehördlich versagt worden. Für den anderen Teil der Fläche habe es keinen Grund gegeben, der gegen die Widmung spreche.

Transitforum-Obmann Fritz Gurgiser hält fest: „Für das Sachgebiet Raumordnung war am 20.09.2018 in der Stellungnahme an die Abteilung Bau- und Raumordnungsrecht das im zitierten Lärmgutachten gezogene Fazit nicht nachvollziehbar, wonach einer Umwidmung aus lärmtechnischer Sicht ohne weiterführende Maßnahmen zugestimmt werden kann.“ Gurgiser liegt schriftlich vor, dass deshalb ersucht wurde, eine Plausibilitätsprüfung des Gutachtens durch die Abteilung ESA durchführen zu lassen. „Das bestätigt, dass im Sachgebiet Raumordnung die Sorgfalt und Sensibilität gegeben sind, die der Abteilung Bau- und Raumordnungsrecht anscheinend abhan­dengekommen ist“, meint Gurgiser. Denn dem Ersuchen sei die Abteilung Bau- und Raumordnungsrecht nicht nachgekommen. Dass das lärmtechnische Gutachten schlüssig und widerspruchsfrei sei, ist nur „eine peinliche Ausrede, um nicht erklären zu müssen, warum die Plausibilitätsprüfung nicht durchgeführt wurde“, wettert Gurgiser.

Am Standort für die Kinder-Reha wurden 56–58 dB Lärm gemessen, das liegt über den Planungsrichtwerten für Wohn- und Tourismusgebiete. Die gewidmete Sonderfläche „Medizinische Infrastruktur“ fällt unter dieselben Richtwerte (bis 65 dB), die für allgemeines Mischgebiet gelten. (ad)

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.


Kommentieren


Schlagworte