Mord in Zell am See: Polizei veröffentlicht Täterbeschreibung

Die Polizei hat nun eine Beschreibung des Tatverdächtigen veröffentlicht. Die Suche nach der Tatwaffe hält an. Eine Spur zum Motiv könnte laut Medienberichten ins Drogenmilieu führen.

In diesem Mehrparteienhaus in Zell am See ereignete sich die Bluttat.
© APA

Salzburg – Entsetzen und tiefe Betroffenheit herrschen nach dem Mord an einer 20-jährigen Frau in Zell am See. Sie war wie berichtet am Samstagabend in dem Mehrparteienhaus, in dem sie wohnte, mit mehreren Schüssen getötet worden. Der Täter ist weiterhin auf der Flucht – die Polizei hat nun aber eine mögliche Personenbeschreibung veröffentlicht. Auch wenn es für das Schussattentat selbst keine Augenzeugen gab, dürfte der Verdächtige beim Verlassen des Hauses beobachtet worden sein.

Beschreibung des Täters

Der Mann soll schlank und etwa 1,70 Meter groß sein. Er war dunkel gekleidet und hatte eine Kapuze über den Kopf gezogen.

Die Obduktion des Opfers hat am Montag zudem ergeben, dass die junge Frau innerlich verblutet ist. Weitere Details – etwa von wie vielen Projektilen die Frau getroffen wurde – gab die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen nicht bekannt. Im Zeller See tauchten heute Mitglieder des Einsatzkommandos Cobra nach der Tatwaffe. Bis dato konnte die Schusswaffe aber nicht gefunden werden.

Spekulationen über Motiv

Zu einem möglichen Motiv wollte die Polizei bislang nichts sagen. Einen möglichen Hintergrund für die Tat bringt allerdings die Kronen Zeitung ins Spiel: Demnach hätte die junge Frau in einem Drogenprozess als Kronzeugin aussagen sollen. Laut dem Bericht wäre sie im November vor Gericht geladen gewesen.

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Seitens der Polizei gab es dazu keine Stellungnahme. Umstände und Motiv der Tat seien noch völlig unklar, hieß es. „Eine konkrete Stoßrichtung gibt es nicht, wir ermitteln in alle Richtungen“, sagte Polizeisprecherin Verena Rainer am Montagvormittag zur APA. Naturgemäß konzentriere man sich derzeit auf das Umfeld der Getöteten.

Selbst im Drogenmilieu

Die 20-Jährige soll in der Vergangenheit selbst im Drogenmilieu gewesen sein, habe mit diesem Abschnitt ihres Lebens aber abgeschlossen gehabt. Sie soll als Verkäuferin gearbeitet und allein in der Wohnung in der Zeller Einödsiedlung gelebt haben. Zu ihrer Familie soll die junge Frau laut Anrainern wenig Kontakt gehabt haben.

Es war gegen 21.30 Uhr, als Anrainer am Samstag Lärm und Schreie hörten. Dann knallten Schüsse. Die blonde Frau brach getroffen zusammen: Drei Kugeln hatten ihren Oberkörper getroffen. Sie starb noch im Stiegenhaus.

Dem Täter gelang die Flucht, auch eine sofort eingeleitete Fahndung blieb ergebnislos. Das Sondereinsatzkommando Cobra suchte am Samstag noch den Tatort ab.

Dort wurden Patronenhülsen und Projektile gefunden und sichergestellt. Unklar ist bislang noch, mit welcher Waffe geschossen wurde. Am Tatort wurde diese nämlich nicht gefunden.

Sonntagvormittag suchten Polizeihundeführer im Gelände der Wohnsiedlung weiter nach der Waffe, auch die Bahngleise wurden dafür zum Teil gesperrt.Die Polizei wird am Montag auch die Daten aus dem Mobiltelefons des Opfers weiter analysieren. (APA/TT.com)

Polizeihunde suchen nach einer möglichen Spur.
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