Unbekannte wollten ICE entgleisen lassen: Drohschreiben gefunden
Die Bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus der Generalstaatsanwaltschaft ermittelt im Fall eines versuchten Anschlags auf das Streckennetz der Deutschen Bahn. Unbekannte hatten die Gleise manipuliert.
Nürnberg – Auf der ICE-Strecke von Nürnberg in Richtung München ist es dem bayerischen Landeskriminalamt (LKA) zufolge vor rund drei Wochen zu einem schweren Zwischenfall gekommen. Auf Höhe des mittelfränkischen Allersberg habe der Zugführer während der Fahrt ein verdächtiges Geräusch bemerkt und am Endbahnhof in München Schäden am ICE festgestellt, erklärte ein LKA-Sprecher am Montag.
Ermittler fanden später an der Strecke ein Drohschreiben in arabischer Sprache. Es sei allgemein gehalten, ohne auf ein konkretes Ereignis hinzuweisen. „Wir nehmen es trotzdem sehr ernst“, sagte der Sprecher. Nun ermittele die Bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus.
Laut „Bild“-Zeitung hatten Unbekannte auf der Strecke ein Stahlseil über die Gleise gespannt und Holzkeile auf die Schienen montiert. Das LKA wollte zunächst nicht von einem Anschlag sprechen, die Rede war von einem gefährlichen Eingriff in den Zugverkehr.
Die Behörden nehmen den Vorfall sehr ernst. Der oder die Täter zielten offenkundig darauf ab, Personenzüge zum Entgleisen zu bringen. Die Bahnverbindung zwischen Nürnberg und München ist Teil der erst im vergangenen Jahr eröffneten neuen Schnellfahrstrecke zwischen der bayerischen Landeshauptstadt und Berlin, auf der ICE-Züge mit bis zu 300 Stundenkilometern unterwegs sind. (dpa, TT.com)