Deutsche Kanzlerin Merkel bereit zu Verzicht auf CDU-Vorsitz - Kreise
Berlin (APA/dpa/Reuters/AFP) - Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel ist nach den massiven Stimmenverlusten ihrer Partei bei der Landta...
Berlin (APA/dpa/Reuters/AFP) - Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel ist nach den massiven Stimmenverlusten ihrer Partei bei der Landtagswahl in Hessen bereit, auf den CDU-Vorsitz zu verzichten. Das habe Merkel am Montag in einer Sitzung des Parteipräsidiums angekündigt, erfuhren mehrere Nachrichtenagenturen aus Parteikreisen. „Sie tritt nicht mehr an“, zitierte die Nachrichtenagentur AFP.
Merkel wolle aber Kanzlerin bleiben, das habe sie ebenfalls deutlich gemacht, berichtete die dpa mit Berufung auf Parteikreise weiter.
Bisher hatte sie immer darauf bestanden, dass beide Ämter zusammengehören. Daher hatte die CDU-Chefin bisher auch gesagt, sie wolle sich auf dem CDU-Parteitag Anfang Dezember in Hamburg zur Wiederwahl stellen. Merkel ist seit 18 Jahren CDU-Chefin und seit 13 Jahren Kanzlerin.
Der frühere CDU/CSU-Fraktionsvorsitzende Friedrich Merz will unterdessen offenbar für den CDU-Vorsitz kandidieren. Das erfuhr die dpa am Montag aus dem Umfeld von Merz. Der einstige Rivale Merkels hatte sich in den vergangenen Jahren aus der aktiven Politik zurückgezogen.
SPD-Chefin Andrea Nahles hat unterdessen ausgeschlossen, dass - wie beim Koalitionspartner CDU - auch bei den Sozialdemokraten ein Wechsel im Parteivorsitz bevorstehen könnte. „Eine personelle Aufstellung ist nicht in Rede in der SPD“, sagt Nahles vor Journalisten. Den Verzicht Merkels auf eine erneute Kandidatur für den Parteivorsitz wollte sie vorerst nicht kommentieren.
Wie zuvor schon in Bayern die Schwesterpartei CSU fuhr am Sonntag auch die CDU in Hessen zweistellige Verluste ein. In der CDU wurde danach der Ruf nach personellen Konsequenzen laut. Im Laufe des Tages wollen die Parteigremien in Wiesbaden und Berlin über Konsequenzen aus dem Ergebnis beraten.
Bei der Wahl verlor die CDU mit Ministerpräsident Volker Bouffier an der Spitze nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis 11,3 Punkte im Vergleich zur Wahl 2013 und kam auf 27,0 Prozent. Die SPD mit Thorsten Schäfer-Gümbel an der Spitze erzielte 19,8 Prozent (minus 10,9). Großer Wahlgewinner wurden die Grünen mit ebenfalls 19,8 Prozent (plus 8,7).
( 1107-18)
Kommentare