Bürgerräte sollen jetzt bei der Fernpasszukunft mitentscheiden

Das Land freut sich, zwei Drittel der Fernpass-Strategie umgesetzt zu haben, die blaue Opposition spricht von Pippi-Langstrumpf-Maßnahmen.

© Land Tirol

Reutte, Imst –Mit der Fertigstellung des Lärmschutzes bei Reutte-Süd, dem Start des Probebetriebs für die dynamischen Anzeigetafeln und dem Radweg Gurgltal hat die Tiroler Landesregierung im heurigen Jahr drei weitere Maßnahmen der Fernpass-Strategie umgesetzt. Damit sind rund zwei Drittel der vorgeschlagenen Maßnahmen realisiert. „Ziel sind die Stärkung der Mobilität in den Regionen entlang der Fernpassroute sowie die verbesserte Anbindung des Außerferns an den Zentralraum. Daran arbeiten wir konsequent“, bekräftigen LHStv. Josef Geisler und LHStv. Ingrid Felipe. In Ergänzung zum bisherigen Beteiligungsprozess der Fernpass-Strategie wird es zu Beginn nächsten Jahres in den Bezirken Imst und Reutte Bürgerräte geben. Die Teilnehmer werden nach telefonischer Kontaktaufnahme im November durch ein unabhängiges Institut per Losentscheid ermittelt und sollen ihre Sicht der Dinge einbringen. Diese Vorgangsweise wurde auch deshalb gewählt, weil es aus Datenschutzgründen nicht möglich ist, die Teilnehmer per Zufallsprinzip aus der Wählerevidenz zu ermitteln. Insbesondere junge Menschen sind aufgerufen, sich zu melden. „Denn viele junge Menschen stehen nicht im Telefonbuch und wären daher über diese Methode nicht ansprechbar. Deshalb bitten wir insbesondere die Jugend, sich direkt beim Büro zu melden“, fordern Felipe und Geisler zum Mitmachen auf. Interessenbekundungen können mit Name und Geburtsjahr unter der E-Mail office@jaksch-partner.at abgegeben werden. Die Auswahl erfolgt per Losentscheid.

Nach der Optimierung der Blockabfertigung und der Einführung des Dosiersystems geht nun eine weitere verkehrslenkende Maßnahme – dynamische Anzeigetafeln – in den Probebetrieb. Diese Wechselverkehrszeichen sollen frühzeitig auf besondere Verkehrsverhältnisse wie kritische Witterungsverhältnisse oder Kettenanlegepflicht hinweisen. „Wir haben 750.000 Euro in die Errichtung dieses Systems investiert. Läuft alles wie geplant, soll das System zu Beginn der Wintersaison vom Probe- in den Echtbetrieb übergehen“, sagt Felipe. Die Wechselverkehrszeichen wurden an sechs Standorten entlang der B179 Fernpassstraße in Musau, beim Parkplatz Urisee, in Reutte-Süd, in Biberwier, der Kreuzung Weißensee und beim Kettenanlegeplatz in Nassereith installiert. Dazu kommen noch Standorte entlang der Zufahrten in Ehrwald beim Viadukt, in Imst beim Kreisverkehr „Auf Arzill“, beim Kreisverkehr „Krebsbach“ sowie am Beginn der B186 Ötztalstraße.

Für die freiheitliche Verkehrssprecherin im Landtag, Evelyn Achhorner, sind all diese Erfolgsmeldungen eine „Farce“: „Da diese zwei Drittel der Fernpass-Strategie keinerlei Entlastung gebracht haben, kann man sich schon ausmalen, was das letzte Drittel bringen wird – nämlich nichts.“ Nur eine Großtunnellösung könnt wirklich helfen. Dem schließt sich der Außerferner FP-Bezirks­obmann Fabian Walch an. Angesichts der bisherigen Maßnahmen werde die Außerferner Bevölkerung verhöhnt. Für ihn fallen Aktionen wie Schnellbus oder der neue Gurgltalradweg – „Sollen wir jetzt mit dem Fahrrad ins Inntal fahren?“ – unter „Pippi Langstrumpf-Maßnahmen“. (hm)

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