Unwetter - Fast 1.000 Feuerwehrleute im Land Salzburg im Einsatz

Salzburg (APA) - Starker Regen und ein heftiger Föhnsturm haben in der Nacht auf Dienstag im Bundesland Salzburg für mehr als 200 Feuerwehre...

Salzburg (APA) - Starker Regen und ein heftiger Föhnsturm haben in der Nacht auf Dienstag im Bundesland Salzburg für mehr als 200 Feuerwehreinsätze gesorgt. Bäume stürzten um, Häuser wurden abgedeckt, vereinzelt traten Flüsse über die Ufer. Wie das Landesfeuerwehrkommando am Vormittag mitteilte, standen 43 Feuerwehren mit mehr als 950 Mann im Einsatz. Meldungen über Verletzte lagen zunächst nicht vor.

Im Süden des Landes hatte es am Montagabend stark zu regnen begonnen. In der Gemeinde Muhr (Lungau) wurde kurz nach 21.00 Uhr Zivilschutzalarm ausgelöst. Die Mur war über die Ufer getreten und hatte das Ortszentrum überschwemmt. Mit Megafonen forderte die Feuerwehr die Bewohner auf, in ihren Häusern zu bleiben, die Keller zu meiden und sich in die oberen Stockwerke zu begeben. Die Gemeinde war am Dienstagmorgen noch von der Außenwelt abgeschlossen. Wie der Lungauer Katastrophenschutzreferent Philipp Santner sagte, sei der nahe Rotgülden-Stausee fast randvoll und drohte überzulaufen, der Zivilschutzalarm wurde am Dienstagmorgen aber wieder aufgehoben.

Auch in andern Teilen Salzburgs mussten Straßen wegen Murabgängen, umgestürzter Bäume und der Gefahr von Überschwemmungen gesperrt werden. Im Großarltal und im Gasteinertal kam es zu kleinräumigen Überflutungen. Am Dienstagmorgen verlagerte sich das Einsatzgeschehen durch den Föhnsturm in die Stadt Salzburg, den Tennengau und in den Flachgau, wo am Vormittag noch gut ein Dutzend Feuerwehren im Einsatz standen.

Weil umgestürzte Bäume Stromleitungen kappten oder beschädigten, waren im Bundesland laut Salzburg AG zu Spitzenzeiten mehr als 3.200 Haushalte zeitweise ohne Strom. Rund 50 Mitarbeiter waren und sind mit der Behebung der Störungen beschäftigt. Am Dienstag gegen 9.00 Uhr seien nur mehr rund 300 Kunden betroffen gewesen, so der Landesenergieversorger.

In der Stadt Salzburg bleibt die Festung Hohensalzburg bis auf weiteres gesperrt. Die Festungsbahn ist derzeit außer Betrieb. Der Föhnsturm hat an den jahrhundertealten Gebäuden erheblichen Schaden angerichtet. Es wurden große Teile des Zeughauses und des Schüttkastens abgedeckt sowie Kamine beschädigt. Die Dachteile wurden auf die darunterliegenden Gebäude, in den Hof und auch auf die Trasse des Reißzuges geschleudert. Der Lastenaufzug ist daher momentan nicht zu benützen.

Laut ÖBB-Sprecher Robert Mosser waren keine größeren Schäden im Salzburger Bahnnetz zu verzeichnen. Der Zugverkehr laufe im Bundesland planmäßig, allerdings könne es österreichweit zu Verzögerungen kommen.