GKI-Projekt der Tiwag verteuerte sich
Innsbruck (APA) - Die Kosten für das gerade im Bau befindliche, im schweizerisch-österreichischen Grenzgebiet liegende Gemeinschaftskraftwer...
Innsbruck (APA) - Die Kosten für das gerade im Bau befindliche, im schweizerisch-österreichischen Grenzgebiet liegende Gemeinschaftskraftwerk Inn (GKI) werden sich von den ursprünglich geplanten 461 auf 604,9 Mio. Euro erhöhen. Trotz der 30 Prozent an Mehrkosten sei die Wirtschaftlichkeit des Projekts gegeben, das im Jahr 2021 seinen kommerziellen Betrieb aufnehmen soll, erklärte GKI-Chef Johann Herdina der APA.
Nach einer Reihe von „missliebigen Ereignissen“ - wie geologischen Störzonen und einem Lawinenabgang - komme man wieder „gut voran“, so Herdina: „Derzeit schaffen wir mit den beiden Tunnelvortriebsmaschinen bis zu 50 Meter pro Tag.“ An Spitzentagen habe man sogar 70 Meter verzeichnen können. Derzeit seien mit rund 14 Kilometern über zwei Drittel des Triebwasserwegs ausgebrochen.
Die Vortriebsarbeiten sollen bis Dezember 2019 abgeschlossen sein, erklärte Herdina: „2020 starten wir dann mit den Inbetriebsetzungsarbeiten, 2021 beginnt dann der kommerzielle Betrieb.“ In die aktuelle Investitionssumme sei auch ein Polster als Reserve eingerechnet, „von dem wir hoffen, ihn nicht zu benötigen“, so der GKI-Chef.
Neben den geologischen Störzonen - zuletzt stieß man etwa sechs Kilometer im Berg auf eine Gesteinsschicht mit Grünschiefer - hätten auch die massiven Schneemassen, verbunden mit einem Lawinenabgang Anfang des Jahres, das Projekt erheblich verzögert. Der Grünschiefer habe, weil er Asbest enthalten könne, unter entsprechenden Vorkehrungen beseitigt werden müssen.
Auch auf der Wehrbaustelle in Ovella (Engadin) werde mit „Hochdruck“ gearbeitet. Die Innumlegung, für die auf die Niederwasserperiode gewartet werden musste, konnte im September abgeschlossen werden. In den kommenden Wochen stünden die Herstellung der Baugrubenumschließung sowie der anschließende Baubeginn des Dotierkraftwerks am Programm. Die Arbeiten am neuen Krafthaus zwischen Prutz und Ried seien indes abgeschlossen. Aktuell liefen Rekultivierungsarbeiten, bei denen u.a. alte Obstsorten eingepflanzt worden seien.
Der Tiroler Landesenergieversorger Tiwag hatte Mitte des Jahres beim im Oberen Gericht bei Prutz entstehenden GKI die Anteile des Verbundes im Ausmaß von 10 Prozent übernommen. Damit hält die Tiwag 86 Prozent. Die restlichen 14 Prozent blieben bei den Engadiner Kraftwerken entsprechend dem Erzeugungsanteil. Die Kartellbehörde hatte den Schritt mit 5. Juli genehmigt.
Das Kraftwerk soll nach seiner Inbetriebnahme über 400 Gigawattstunden (GWh) Strom pro Jahr erzeugen. Das entspreche dem Stromverbrauch von rund 90.000 Haushalten, hieß es.
~ WEB http://www.tiroler-wasserkraft.at ~ APA185 2018-10-30/11:21
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