Deutsche Regierung stimmt für Einweg-Plastik-Verbot in EU

Berlin (APA/Reuters) - Die deutsche Bundesregierung will im Kampf gegen die Umweltverschmutzung dem Vorschlag der EU-Kommission für ein Verb...

Berlin (APA/Reuters) - Die deutsche Bundesregierung will im Kampf gegen die Umweltverschmutzung dem Vorschlag der EU-Kommission für ein Verbot von Einweg-Plastik zustimmen. „Wir werden in Brüssel entschieden für ein Verbot von überflüssigem Einweg-Plastik eintreten“, sagte Umweltministerin Svenja Schulze am Dienstag.

„Um die Vermüllung unserer Meere und unserer Umwelt zu stoppen, müssen wir weltweit zu drastischeren Mitteln greifen als bisher“, betonte Schulze. Am Mittwoch stimmen sich die EU-Staaten im Ausschuss der Ständigen Vertreter ab. Das EU-Parlament hat bereits dafür gestimmt. Damit könnte Ende des Jahres das Verbot in der EU formal beschlossen werden und ab 2021 greifen.

Der Vorschlag der EU-Kommission sieht unter anderem vor, dass Wegwerfprodukte aus Kunststoff wie Wattestäbchen, Besteck, Teller und Trinkhalme vom Markt genommen werden. Unter das Verbot würden auch Polystyrol-Verpackungen etwa für Burger fallen. Das Verbot betrifft auch sogenanntes oxo-abbaubares Plastik. Dieses zersetzt sich zwar, hinterlässt aber Rückstände, die in die Nahrungskette gelangen können. Der EU-Kommission zufolge fallen allein in Europa jedes Jahr 26 Millionen Tonnen Plastikmüll an.

Umweltgruppen nennen den Vorstoß zwar einen Schritt in die richtige Richtung. Als Schwachpunkt kritisieren aber etwa Greenpeace und der WWF die Definition von Einweg. Hersteller könnten vieles als Mehrweg-Produkte verkaufen, da sie theoretisch mehrfach genutzt werden könnten, obwohl sie meist weggeworfen werden.