Intensivere militärische Kooperation mit Kroatien wegen Migration
Wien (APA) - Wegen des steigenden Migrationsdrucks auf der Westbalkan-Route intensiviert Österreich auch seine militärische Kooperation mit ...
Wien (APA) - Wegen des steigenden Migrationsdrucks auf der Westbalkan-Route intensiviert Österreich auch seine militärische Kooperation mit dem jüngsten EU-Staat Kroatien. Ein konkreter Schritt dahin ist die Eröffnung des Büros eines österreichischen Verteidigungsattaches in Zagreb, teilte Verteidigungsminister Mario Kunasek am Dienstag nach einem Treffen mit seinem Amtskollegen Damir Krsticevic in Wien mit.
Es gebe die Notwendigkeit, „die militärische Kooperation mit Kroatien auf ein neues Niveau zu heben“, so Kunasek laut einer Aussendung seines Ministeriums. Kroatien sei „ein sehr wichtiger und verlässlicher Partner für Österreich“, zitierte ihn die kroatische Nachrichtenagentur Hina. Demnach wird es kommendes Jahr 40 gemeinsame Aktivitäten geben. Krsticevic nannte gegenüber Hina die Militärakademien, die Spezialkräfte und die Unterstützung von zivilen Institutionen als Gebiete, auf denen eine engere Zusammenarbeit ins Auge gefasst werde.
Kunasek bekannte sich laut der Aussendung auch zum österreichischen Engagement in den Balkan-Missionen KFOR (Kosovo) und EUFOR ALTHEA (Bosnien-Herzegowina), forderte aber zugleich eine Stärkung der nationalen Streitkräfte der Westbalkan-Staaten und deren Integration in bestehende Prozesse der europäischen Sicherheitsarchitektur.
Konkret könnten sich die Westbalkan-Staaten auch an einer gemeinsamen Grenzschutzübung der Zentraleuropäischen Verteidigungskooperation (CEDC) kommendes Jahr in Ungarn beteiligen. „Nicht zuletzt angesichts des zunehmenden Migrationsdrucks ist es sehr wichtig, dass wir unseren Partnern auf Augenhöhe begegnen“, so Kunasek, der darauf verwies, dass die Anzahl der Migranten auf der Westbalkanroute im Vergleich zum Vorjahr „um fast 50 Prozent gestiegen“ sei.
Kunasek und Krsticevic besprachen auch ein EU-Projekt zur ABC-Abwehr, das Österreich und Kroatien gemeinsam mit den anderen CEDC-Staaten wie Slowenien und Ungarn entwickelt haben. Auch Frankreich und Italien interessierten sich für dieses PESCO-Projekt. „Das Interesse einiger „großer“ EU-Staaten unterstreicht die Bedeutung dieses Vorhabens und zeigt, dass wir gemeinsam ein attraktives Projekt entwickelt haben, das einen essentiellen Beitrag zum Schutz Europas leisten wird“, so Kunasek.
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