Moskau: Ukraine und Russland ließen festgenommene Seeleute frei

Kiew (APA/dpa) - Kiew und Moskau haben nach russischen Angaben jeweils sieben festgenommene Besatzungsmitglieder mehrerer Fischkutter freige...

Kiew (APA/dpa) - Kiew und Moskau haben nach russischen Angaben jeweils sieben festgenommene Besatzungsmitglieder mehrerer Fischkutter freigelassen. Der Austausch habe an einem Kontrollpunkt an der Verwaltungsgrenze zur von Russland annektierten Halbinsel Krim stattgefunden, hieß es am Dienstag in einer Mitteilung der Ombudsfrau Russlands, Tatjana Moskalkowa.

Die Menschenrechtsbeauftragte des ukrainischen Parlaments, Ljudmila Denissowa, bestritt jedoch in einer Erklärung, dass es sich um einen Austausch gehandelt habe: „Die Matrosen des Schiffs ‚Nord‘ (...) haben sich frei auf dem Territorium der Ukraine bewegen können. Sie hat im Unterschied zu den Ukrainern auf der Krim niemand festgehalten.“ Der ukrainische Grenzschutz wies ebenfalls zurück, dass es sich um einen Austausch gehandelt habe. Die Matrosen hätten schon vor ein paar Monaten wieder nach Hause fahren können, hieß es.

Der in Kertsch auf der Krim registrierte Kutter „Nord“ war im März von ukrainischen Grenzschützern im Asowschen Meer aufgebracht worden. Der Besatzung wurde illegaler Grenzübertritt vorgeworfen. Dem Kapitän drohen bis zu fünf Jahre Haft, weil er von der Krim in dem Nebenmeer des Schwarzen Meeres illegal gefischt haben soll. Alle zehn Mann Besatzung haben russische Pässe und waren zumindest bis zur Annexion der Krim 2014 Bürger der Ukraine. Die „Nord“ soll kommende Woche von den ukrainischen Behörden versteigert werden.

Moskau spricht von Piraterie, hatte jedoch im Gegenzug im Mai und September mindestens zwei ukrainische Schiffe im Schwarzen Meer mit insgesamt neun Mann Besatzung vor der Küste der Krim festgesetzt. Russland beherrscht die Zufahrt zum Asowschen Meer. Kiew wirft dem Kreml schikanöse Kontrollen von Schiffen vor, die ukrainische Häfen wie Mariupol oder Berdjansk anlaufen. Beide Seiten haben ihre Marinepräsenz in dem Seegebiet verstärkt.