Drei aus Prinzip Widerständige
Schräge Brüder im Geiste: egone, Kevin Coyne und Peter Piek in der Wörgler Galerie am Polylog.
Von Edith Schlocker
Wörgl –Der Brite Kevin Coyne, der Tiroler egone und der Deutsche Peter Piek passen trotz aller Gegensätzlichkeit ihrer Kunst gut zusammen. Was sie eint, ist ihre Widerständigkeit, ihre prinzipielle Unangepasstheit, eine große Sehnsucht nach Freiheit. Außer den Arbeiten des 37-jährigen Piek, der nicht nur Maler, sondern auch Musiker und Performer ist, erinnert die Schau an zwei viel zu früh Verstorbene. Deren Kunst von einer klaren Haltung zeugt, einer trotzigen Unbeirrtheit, die über so manche formale Schwächen hinwegtröstet.
Der Mensch war das zentrale Thema von allen drei Künstlern. Coyne und Piek begegnet man im Polylog erstmals, egone bereits zum dritten Mal. Was immer wieder schön ist, immer wieder berührt. Die in Wörgl präsentierte Auswahl führt geschickt vor, wie der Autodidakt, der sich lebenslang nie um Moden gekümmert hat, getickt hat. Er hat nicht Kunst gemacht, er war seine Kunst. Was sich vielleicht am eindrucksvollsten in seinen letzten Arbeiten zeigt, die letztlich nichts anderes als mit Fotos, Ausgeschnittenem, kleinen Fundstücken, Programmfoldern und Banknoten gepuzzelte Pinnwände sind. Vollgefüllt mit Dingen, die auf die eine oder andere Weise für egone wichtig waren.
Der Rest des Gezeigten ist mit Arbeiten aus dem Nachlass des 2002 im Alter von 51 Jahren verstorbenen Künstlers bestückt. Mit schrägen Hommagen an Jim Dine, Hermann Nitsch oder Bruce Nauman oder schwarzen Papieren, auf denen egone mit bunten Farbkreiden sein Universum ausgebreitet hat. Schrift- und Bildzeichen verfließen dabei zu einer großen Einheit, wobei sich auf einem Blatt oft gleichsam wie die Kapitel in einem Buch Bildchen an Bildchen drängt.
Dass Kevin Coyne, der sich selbst als „Happy fat man“ porträtiert hat, beruflich mit psychisch Kranken gearbeitet hat, ist in seiner Kunst unübersehbar. Sein Strich ist flott, surreal ausschweifend, bisweilen fast karikierend, aber immer voller Respekt. Was ihn interessiert hat, waren die Underdogs der Gesellschaft, die warum auch immer Geächteten.
Dass Peter Piek eine Generation jünger ist, zeigt seine Art des Kunstmachens. Er hebt das Popartistische auf eine abstrakte Ebene, ausgebreitet in pastoser Buntheit auf großen Formaten, die er gern mit symbolbefrachteten Details wie etwa Totenköpfen garniert.
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