Deutschland verbraucht weniger Energien - Rückgang um 5 Prozent

Berlin (APA/dpa/AFP) - In Deutschland wird weniger Energie verbraucht. Von Jänner bis September hat die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen ...

Berlin (APA/dpa/AFP) - In Deutschland wird weniger Energie verbraucht. Von Jänner bis September hat die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen einen Rückgang um 5,3 Prozent errechnet. Für das gesamte Jahr 2018 werde ein Minus von knapp 5 Prozent erwartet, teilten die Statistiker der Energiebranche am Mittwoch in Berlin mit.

Verantwortlich für den Rückgang waren den Angaben zufolge vor allem die steigenden Preise, die milde Witterung sowie Verbesserungen bei der Energieeffizienz.

Zum Rückgang hätten in den ersten drei Quartalen 2018 alle fossilen Energieträger beigetragen, während es bei den Erneuerbaren und der Kernenergie Zuwächse gegeben habe. Ein gutes Drittel des gesamten Energieverbrauchs entfiel den Angaben zufolge auf Mineralöl. Erdgas steuerte 22,5 Prozent bei, Braun- und Steinkohle brachten es zusammen auf 22,2 Prozent. Die erneuerbaren Energien deckten 13,9 Prozent des Energieverbrauchs, die Kernenergie 6,5 Prozent.

Durch den verringerten Verbrauch von Kohle, Erdgas und Mineralöl habe sich der Ausstoß von Kohlendioxid in den ersten neun Monaten des Jahres um rund 7 Prozent verringert, hieß es in der Mitteilung weiter.

Die Koalitionsfraktionen haben sich auf einen stärkeren Ökostrom-Ausbau ab dem kommenden Jahr geeinigt. In den drei Jahren von 2019 bis 2021 sollen in Deutschland zusätzliche Windkraft- und Solaranlagen mit einer Kapazität von jeweils vier Gigawatt gebaut werden dürfen, wie die Koalitionsfraktionen am Mittwoch mitteilten. Zudem wollen die Abgeordneten die Akzeptanz für Windräder an Land erhöhen - als erstes wollen sie ab 2020 für eine „bedarfsgerechte Nachtbeleuchtung“ dieser Anlagen sorgen.

Zudem sollen neue Förderbedingungen ausprobiert werden, die zu mehr Wettbewerb bei den erneuerbaren Energien führen sollen, teilten die Fraktionen mit. Damit will die Koalition das Ziel erreichen, dass bis 2030 65 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Quellen stammt.

Die nun vereinbarten zusätzlichen Ausschreibungen sind bereits im Koalitionsvertrag festgehalten: „Der Ausbau der erneuerbaren Energien muss deutlich erhöht werden, auch um den zusätzlichen Strombedarf zur Erreichung der Klimaschutzziele im Verkehr, in Gebäuden und in der Industrie zu decken“, heißt es dort. Die Sonderausschreibungen sollen demnach helfen, dass acht bis zehn Millionen Tonnen CO2 zum Klimaschutzziel 2020 beitragen.