Montenegros Polizei lässt serbische Nationalisten nicht einreisen
Podgorica/Belgrad (APA) - Die montenegrinische Polizeiführung hat vier bekannte nationalistische Intellektuelle aus Serbien die Einreise unt...
Podgorica/Belgrad (APA) - Die montenegrinische Polizeiführung hat vier bekannte nationalistische Intellektuelle aus Serbien die Einreise untersagt. Sie waren als Redner bei einer von der proserbischen Opposition für den 1. Dezember in Podgorica geplanten Feier angekündigt. Zur Gruppe gehören u.a. der serbische Dichter montenegrinischer Abstammung Matija Beckovic und der Belgrader Historiker Cedomir Antic.
Im serbisch-orthodoxen Dom in Podgorica wollen die proserbische Opposition und serbisch-orthodoxe Kleriker am 1. Dezember an die Beschlüsse der sogenannten Großen Versammlung von Podgorica vor 100 Jahren gedenken. Die Versammlung hatte im November 1918 zunächst die Absetzung des montenegrinischen Königs Nikola I. und danach die Vereinigung Montenegros mit Serbien zu einem Staat unter der serbischen Dynastie Karadjordjevic beschlossen. Am 1. Dezember 1918 wurde dann das noch größere Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen (SHS) ausgerufen.
Die Entscheidungen der Großen Versammlung von Podgorica sind umstritten. Sie wurde von Gegnern der montenegrinischen Herrscherfamilie Petrovic einberufen und tagte in Podgorica und nicht in der damaligen Hauptstadt Cetinje. Erst kürzlich untersagten die Lokalbehörden eine ähnliche Feier zum 100. Jahrestag im nordmontenegrinischen Pljevlje.
Nach der weiteren gemeinsamen Zeit im kommunistischen Jugoslawien und einen Staatenbund darüber hinaus hatten die Montenegriner in einer Volksabstimmung im Mai 2006 ihre Unabhängigkeit von Serbien erklärt. Die Gesellschaft ist allerdings nach wie vor tief gespalten in der Frage.
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