Wiener Rentenmarkt vor US-Daten schwächer
Wien (APA) - Der Wiener Rentenmarkt hat heute, Freitag, am späten Vormittag mit Verlusten notiert. Die Renditen zogen in allen Laufzeiten an...
Wien (APA) - Der Wiener Rentenmarkt hat heute, Freitag, am späten Vormittag mit Verlusten notiert. Die Renditen zogen in allen Laufzeiten an. Belastet wurden die Rentenmärkte von einem starken Börsenumfeld, das von Neuigkeiten zum Handelskonflikt zwischen den USA und China beflügelt wurde.
Nach Monaten der Konfrontation haben die USA und China ein deutliches Signal der Entspannung gesendet. US-Präsident Donald Trump will den Konflikt mit China nach einem Medienbericht noch in diesem Monat aus der Welt schaffen. Trump habe deswegen wichtige Regierungsvertreter gebeten, einen Entwurf für ein Handelsabkommen vorzubereiten.
„Sollte dies gelingen, würde ein wesentlicher Unsicherheitsfaktor an den Märkten wegfallen. Allerdings hat die Vergangenheit gelehrt, dass es abzuwarten gilt, ob den positiven Absichtserklärungen Taten folgen werden und es letztlich zu einer Einigung kommt. Es bleibt zu hoffen, dass die versöhnlichen Worte nicht nur von den am 6. Dezember in den USA anstehenden Midterm Elections begünstigt wurden“, meinen die Experten der Helaba.
Daneben bestimmten Konjunkturdaten aus der Eurozone das Vormittagsgeschäft. Die Industrie in der Eurozone schwächelt: Der Einkaufsmanagerindex fiel im Oktober um 1,2 auf 52,0 Punkte. In Italien sank das Barometer mit 49,2 Punkten sogar unter die Wachstumsschwelle von 50 Zählern. In Deutschland rutschte der Einkaufsmanagerindex um 1,5 auf 52,2 Punkte ab.
Konjunkturdaten dürften auch im weiteren Verlauf im Fokus der Anleger bleiben: Am Nachmittag wird der viel beachtete US-Arbeitsmarktbericht für Oktober veröffentlicht. „Allerdings sollten weder die Zahl der offenen Stellen außerhalb der Landwirtschaft, noch die Arbeitslosenquote das robuste Bild ins Wanken bringen. Der erwartete Lohnanstieg um 0.2 % erscheint moderat, die Jahresrate von 3.1 % (nach 2.8 %) dürfte jedoch den geldpolitischen Kurs der US- Notenbank bestätigen“, erwartet die Helaba.
Heute um 11.25 Uhr notierte der marktbestimmende Dezember-Kontrakt des Euro-Bund-Future an der Eurex Deutschland in Frankfurt mit 159,59 um 44 Ticks unter dem letzten Settlement von 160,03. Das bisherige Tageshoch lag bei 159,77, das Tagestief bei 159,52. Die Tagesbandbreite umfasst bisher also 25 Basispunkte. Der Handel verläuft bei gutem Volumen. In Frankfurt wurden bisher 226.215 Dezember-Kontrakte gehandelt.
Die Rendite der 30-jährigen heimischen Bundesanleihe lag heute Früh bei 1,43 (zuletzt: 1,41) Prozent, die zehnjährige Benchmark-Bundesanleihe rentierte mit 0,63 (0,60) Prozent, die fünfjährige mit -0,04 (-0,07) Prozent und die zweijährige lag bei -0,57 (-0,59) Prozent.
Der Rendite-Spread zur vergleichbaren deutschen Benchmark-Anleihe betrug für die 30-jährige Bundesanleihe am Vormittag 37 (zuletzt: 40) Basispunkte. Die zehnjährige Referenz-Bundesanleihe lag 26 (28) Basispunkte über der deutschen Zinskurve. Für die fünfjährige errechnet sich ein Rendite-Abstand von 20 (21) Basispunkten und für die zweijährige ein Aufschlag von 15 (14) Punkten gegenüber der vergleichbaren deutschen Anleihe.
Börsenkurse und Taxen ausgewählter Benchmark-Anleihen im Interbankenhandel:
~ Emission LZ Kupon Handel --- Rendite Spread Börsekurs --- -- --- Geld Brief (in BP) Vortag Bund 47/02 30 1,50 101,46 101,95 1,43 37 102,60 Bund 28/01 10 0,75 101,06 101,14 0,63 26 101,41 Bund 23/03 5 0,00 100,18 100,38 -0,04 20 100,43 Bund 20/01 2 3,90 107,58 107,68 -0,57 15 107,70 ~
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