Unwetter in Italien - „Geigenwald“ in den Dolomiten verwüstet

Trient (APA) - Von den schweren Unwettern in Italien ist auch die Geigenproduktion betroffen. Orkanstürme und heftige Niederschläge haben ei...

Trient (APA) - Von den schweren Unwettern in Italien ist auch die Geigenproduktion betroffen. Orkanstürme und heftige Niederschläge haben einen beträchtlichen Teil des Waldes von Paneveggio in der Dolomiten-Gemeinde San Martino di Castrozza im Osten der Provinz Trient verwüstet. Hier sind Tannen zu finden, deren Holz sich besonders zum Bau von Musikinstrumenten eignet.

Der Wald von Paneveggio, der auch als „Geigenwald“ bekannt ist, erstreckt sich auf 2.700 Hektar und gehört zum großen Naturpark Parco Naturale Paneveggio. Der Fichtenwald ist der größte zusammenhängende Wald der italienischen Alpen und liegt in einer Höhe zwischen 1.500 und 2.000 Meter. „Ein Fünftel des Wandels gibt es nicht mehr. Hunderte Hektar Wald sind zerstört worden“, klagte der Förster Paolo Kovac laut der Tageszeitung „La Repubblica“ (Freitagsausgabe).

Schon die Venezianer nutzten das Holz des Geigenwaldes für ihre Schiffsbauten. Berühmt wurde der Wald seit der Renaissance durch die Nutzung der dort wachsenden Haselfichten für den Geigenbau, weshalb er auch seinen Namen erhielt. Im 17. Jahrhundert besuchte der berühmte Geigenbauer Antonio Stradivari aus Cremona den Fichtenwald von Paneveggio, um dort die besten Stämme zu erwerben.

„Die Niederschläge haben den Boden aufgeweicht. Winde mit einer Geschwindigkeit von 200 km/h haben ganze Waldteile vernichtet“, betonte Kovac. Der Schaden sei enorm. „Um wieder wertvolles Holz zu erhalten, das für die Produktion von Instrumenten geeignet ist, werden wir zwei Jahrhunderte warten müssen. In 40 Jahren werden wir vielleicht einen jungen Wald haben“, meinte Kovac.