Juncker: Ausstieg Italiens aus Eurozone wäre Selbstmord

Wien/Brüssel (APA) - EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker sieht kein Risiko, dass Italien im Zuge des Streits über sein Budget die Eu...

Wien/Brüssel (APA) - EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker sieht kein Risiko, dass Italien im Zuge des Streits über sein Budget die Eurozone verlässt. „Diese Gefahr sehe ich nicht, weil niemand macht Selbstmord“, sagte Juncker am Freitag laut Reuters in einem Interview mit dem ORF-Radio.

Dass Italien gegen die Maastricht-Regeln verstoße, stimmt Juncker „missmutig“: „Ich finde es eigentlich nicht nachvollziehbar, wieso ein Mitgliedsland der Eurozone sich sehr bewusst, sehr dezidiert so äußert, dass das große Ganze ihn nicht interessieren würde.“

Während seiner Amtszeit habe er immer wieder mit Staaten zu tun gehabt, die sich schwergetan hätten, das Regelwerk einzuhalten, sagte der Kommissionspräsident. „Aber alle haben sich redlich bemüht. Jetzt sagt zum ersten Mal jemand, die Regeln interessieren uns nicht. Das wird Folgen haben.“ Viele Italiener wollten Mitglied der Europäischen Union bleiben. Eine zunehmende Zahl bekenne sich auch klar zum Euro, da sie „merken, spüren, wissen, vorausahnen, dass der Euro auch sie schützt“, sagte Juncker.