Lösung für drei Lader Klettersteige in Sicht
Seit 2016 sind drei Klettersteige zur Burg Laudegg, die ohne Genehmigung errichtet wurden, gesperrt. Nun gab es einen runden Tisch.
Von Matthias Reichle
Ladis –Seit 2016 steht ein großes Fragezeichen hinter drei neuen Klettersteigen des TVB Serfaus-Fiss-Ladis zur Burg Laudegg. Sogar ein möglicher Rückbau stand im Raum. Die Attraktionen waren konsenslos – das heißt, ohne Bewilligung der Bezirkshauptmannschaft Landeck – errichtet worden. Diese ließ die Anlagen nach Inbetriebnahme sperren. Der TVB suchte zwar nachträglich um eine naturschutz- und forstrechtliche Genehmigung an – und hat diese im Rahmen einer Interessenabwägung auch bekommen. Inzwischen liegt der Fall aber nach einem Einspruch der Landesumweltanwaltschaft beim Landesverwaltungsgericht, die Tiroler Tageszeitung hat berichtet.
Nun zeichnet sich allerdings eine Lösung ab, wie Landesumweltanwalt Johannes Kostenzer bestätigt. Am 23. Oktober hat es ein Treffen gegeben, zu dem der Lader Bürgermeister Florian Klotz eingeladen hatte. Eine geplante Gerichtsverhandlung wurde abberaumt. Man habe eine Einigung gefunden, betonte Kostenzer. Für ihn war der Bau der Anlage ein Eingriff in ein „naturkundlich und landschaftlich wertvolles Kleinod“.
Laut dem Landesumweltanwalt könnte aber ein Ausgleich erzielt werden. So sollen in der Nähe der Klettersteige gelegene Trockenrasen, die derzeit brachliegen, beweidet werden, um so die Artenvielfalt zu verbessern. Ein Experte soll nun für den TVB ein an die Flora und Fauna angepasstes Projekt ausarbeiten, weiß Kostenzer. Das soll dann beim Gericht eingereicht und vom Landesumweltanwalt auch unter die Lupe genommen werden. „Diese Lösung ist für beide Seiten okay“, findet Kostenzer. Er kann sich vorstellen, dass das Thema bis zur nächsten Sommersaison geregelt ist – also die Klettersteige wieder begangen werden dürften. Denn derzeit sind sie nach wie vor behördlich gesperrt, wie es aus der Bezirkshauptmannschaft Landeck heißt. Die Benutzung ist untersagt.
„Es hat eine Besprechung gegeben, bei der der Landesumweltanwalt seine Wünsche geäußert hat. Wir sehen kein Problem, diese zu erfüllen“, bestätigt auch der Geschäftsführer des Tourismusverbandes Serfaus-Fiss-Ladis, Josef Schirgi. „Wir sind optimistisch, dass wir uns auf eine gemeinsame Lösung einigen können.“ Am Tourismusverband und den handelnden Personen werde es nicht scheitern. Gleichzeitig liege der Fall beim Landesverwaltungsgericht, es handle sich um ein laufendes Verfahren. „Das Gericht ist am Zug.“
Der Präsident des Landesverwaltungsgerichts, Christoph Purtscher, erklärt, dass der Konsenswerber um eine Verschiebung der mündlichen Verhandlung angesucht hat. Dem habe man stattgegeben. Für den Fall einer Übereinkunft gebe es zwei Möglichkeiten, sagt er. Der Landesumweltanwalt könnte seine Beschwerde zurückziehen oder das Projekt könnte abgeändert werden und das Gericht entscheidet darüber. „Auf Eis kann das Verfahren nicht gelegt werden“, so Purtscher. Man müsse es in einer Form abschließen.
„Da bestätigt sich für mich der Spruch ,Wo man redet, da kommen die Leut z’samm‘“, so der Lader Bürgermeister Florian Klotz, der die Rolle des Vermittlers eingenommen hat. Für ihn sei es auch ein Aha-Erlebnis gewesen, was für Naturschätze man in Ladis habe: seltene Schmetterlinge und Pflanzen, die es nur an wenigen Orten gebe. Er will nicht in Wunden herumstochern. Die Klettersteige seien gebaut worden, ohne die notwendigen Genehmigungen zu haben. „Es ist ein Verfahrensfehler passiert.“
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