Wiener Rentenmarkt am Nachmittag weiterhin schwächer

Wien (APA) - Der Wiener Rentenmarkt hat sich am Freitagnachmittag mit anhaltend tieferen Notierungen zum Handel am Mittwoch gezeigt, gegenüb...

Wien (APA) - Der Wiener Rentenmarkt hat sich am Freitagnachmittag mit anhaltend tieferen Notierungen zum Handel am Mittwoch gezeigt, gegenüber dem Vormittagsgeschäft gab es kaum Veränderungen. Die starken Aktienmärkte drückten weiterhin auf die Stimmung bei den Festverzinslichen - laut Marktteilnehmern ist die Risikobereitschaft zuletzt wieder gestiegen.

„Donald Trump hat es wieder einmal geschafft, kurz vor den Kongresswahlen in der kommenden Woche mit ein paar versöhnlichen Worten Hoffnung im Handelsstreit mit China zu schüren und Investoren zurück an die Aktienmärkte zu locken“, analysierten die Experten der Helaba mit Blick auf die am 6. November anstehenden Kongresswahlen (midterm elections) in den USA. In Washington könnten sich die Machtverhältnisse zu Ungunsten Trumps verändern, sollten die Republikaner ihre Mehrheiten in Senat und Abgeordnetenhaus verlieren.

„Da kann jede noch so kleine Stimmungsaufhellung an den Finanzmärkten Vorteile bringen und die bisherige „Leistung“ des Republikaners Trump ins rechte Licht rücken. So „zwitschert“ er von einem „guten Fluss“ der Verhandlungen mit China und einem „sehr guten“ Telefonat mit seinem chinesischen Kollegen Xi Jinping. Anlegern genügt dies, sich wieder auf Aktien zu stürzen und im Gegenzug qualitativ hochwertige Anleihen zu vernachlässigen“, analysiert die Helaba.

Der am Nachmittag veröffentlichte US-Arbeitsmarktbericht für Oktober zeichnete ein weiterhin wirtschaftspositives Bild, die Daten lagen teilweise über den Markterwartungen. So hat die US-Wirtschaft deutlich mehr Arbeitsplätze geschaffen als erwartet. Außerhalb der Landwirtschaft sind 250.000 neue Stellen entstanden, Analysten hatten mit 200.000 neuen Jobs gerechnet.

Die Arbeitslosigkeit blieb weiterhin auf dem niedrigsten Niveau seit fast 50 Jahren. Im Oktober lag die Arbeitslosenquote unverändert bei 3,7 Prozent. Die Löhne und Gehälter haben im Oktober weiter angezogen.

Um 16.20 Uhr notierte die Leitemission am europäischen Rentenmarkt, der deutsche Euro-Bund Future mit Dezember-Termin, mit 159,65 um 38 Basispunkte unter dem Schluss-Stand vom Vortag (160,03). Heute Früh notierte der Rentenfuture mit 159,59. Das Tageshoch lag bisher bei 159,81, das Tagestief bei 159,52, die Tagesbandbreite umfasst damit bisher 29 Basispunkte. In Frankfurt wurden bisher etwa 485.005 Dezember-Kontrakte gehandelt.

Die Rendite der 30-jährigen heimischen Bundesanleihe lag am Nachmittag bei 1,43 (zuletzt: 1,41) Prozent, die der zehnjährigen Benchmark-Anleihe bei 0,63 (0,60) Prozent, jene der fünfjährigen bei -0,05 (-0,07) Prozent und die Rendite der zweijährigen Emission betrug -0,57 (-0,59) Prozent.

Der Rendite-Spread zur vergleichbaren deutschen Benchmark-Anleihe betrug für die 30-jährige Bundesanleihe am Nachmittag 38 (zuletzt: 40) Basispunkte. Die zehnjährige Referenz-Bundesanleihe lag 26 (28) Basispunkte über der deutschen Zinskurve. Für die fünfjährige errechnet sich ein Rendite-Abstand von 20 (21) Basispunkten und für die zweijährige ein Aufschlag von 15 (14) Punkten gegenüber der vergleichbaren deutschen Anleihe.

Börsenkurse und Interbankhandel-Taxen von ausgewählten Benchmark-Anleihen:

~ Emission LZ Kupon Handel --- Rendite Kurs Börse --- -- --- Geld Brief heute zuletzt Bund 47/02 30 1,50 101,60 101,99 1,43 102,6 102,63 Bund 28/01 10 0,75 101,05 101,13 0,63 101,41 101,5 Bund 23/03 5 0,00 100,22 100,42 -0,05 100,43 100,45 Bund 20/01 2 3,90 107,60 107,70 -0,57 107,7 107,73 ~