Perfektionierter Urban Dance: Hungry Sharks in St. Pölten
St. Pölten (APA) - Es gibt sie ja, die erfreulich erfrischenden Entdeckungen, auch wenn sie ein bereits vor vier Jahren entstandenes Stück b...
St. Pölten (APA) - Es gibt sie ja, die erfreulich erfrischenden Entdeckungen, auch wenn sie ein bereits vor vier Jahren entstandenes Stück betreffen wie das von den österreichischen Hungry Sharks am Freitagabend im Festspielhaus St. Pölten präsentierte „#fomo - the fear of missing out“. 55 Minuten vortreffliches Tanztheater, intelligent perfektionierter Urban Dance - ein wahres Vergnügen.
Fünf Tänzerinnen und Tänzer - Farah Deen, Olivia Mitterhuemer, Moritz Steinwender, Patrick Gutensohn und Company-Gründer Valentin Alfery - bilden ein grandioses Quintett. Es geht um die Allmacht digitaler Medien und die Befürchtung, etwas im virtuellen Leben zu versäumen - und das ohne missionarisches Moralisieren, sondern schlicht in einer überzeugend virtuosen Umsetzung klarer Messages zum musikalischen Background von Darkside, Nicolas Jaar, Tipper und dem Soundtrack von „Old Boy“.
Dunkel ist die Bühne, dunkel sind die Kostüme der Tänzer gehalten. Und doch leuchtet es nicht nur von den Displays, denen natürlich spezifischer Stellenwert zukommt, sondern auch mittels uriger Utensilien wie eines originalen Baustrahlers, dessen verblüffende Schattenwirkungen choreografisch genutzt werden. In 36 Tagen sei das Stück im Jahr 2014 entstanden, seither habe es einige Updates gegeben, berichtete Mastermind Alfery im auf die Vorstellung folgenden Publikumsgespräch.
„Wir wollen die Neuen Medien nicht verteufeln, sondern gute und schlechte Aspekte der Technologie aufzeigen“, so Alfery. Das gelingt auf ebenso poetische Weise wie auch mit den Mitteln von Street Dance, HipHop und Break Dance. Die körpersprachlichen Ausdrucksmöglichkeiten der Mitwirkenden sind enorm facettenreich, Freestyle-Passagen ermöglichen es, die Stärken der einzelnen Tänzer und verschiedene Stile ins beste Licht zu rücken.
Ein loses Kollektiv von ungefähr 20 Leuten stellt die Company heute dar. Man wünscht sich engere Bindungen zu größeren Häusern, u.a. um bessere Probenbedingungen zu ermöglichen. Derzeit werden für zwei neue Produktionen noch Tänzer gesucht. Ein Projekt soll rein unter Wasser getanzt werden - ganz ohne Sauerstoffflaschen.
(S E R V I C E - www.festspielhaus.at, www.hungrysharks.at)
Kommentare