Renzi rechnet mit Regierungssturz und Technikerkabinett in Italien
Der Ex-Premier prophezeit einen Regierungswechsel in einigen Monaten. „In einigen Monaten werden in Italien wieder die Techniker an der Regierung sein“, warnte Renzi.
Rom – Italiens Ex-Premier Matteo Renzi sieht für die populistische Regierung aus Lega und Fünf Sterne-Bewegung schwarz. Seiner Ansicht nach wird das seit Juni amtierende Kabinett - seit Wochen wegen seiner Haushaltspläne mit der EU-Kommission auf Konfrontationskurs - nicht lange halten.
„Alles geht den Bach runter. In einigen Monaten werden in Italien wieder die Techniker an der Regierung sein“, warnte Renzi im Interview mit dem italienischen Starjournalisten Bruno Vespa, der ihn für sein neues Buch „Rivoluzione“ interviewte. Auszüge des Buchs wurden im Voraus veröffentlicht.
Renzi gab zu verstehen, dass er eine mögliche Rückkehr einer Technikerregierung in Italien bedauere. „Das macht mir Sorgen. Ich habe gegen die Techniker gekämpft und mich engagiert, damit die Politik in Italien wieder das Sagen hat“, sagte der 43-jährige Sozialdemokrat. Eine Technikerregierung unter Mario Monti hatte Italien zwischen 2011 und 2013 geführt und dem Land eine strenge Sparpolitik verordnet.
Renzi hatte Italien von 2014 bis 2016 Italien regiert. Nach seinem Rücktritt war er als Chef der Sozialdemokraten (PD - Partito Democratico) im Sattel geblieben. Infolge der schweren PD-Niederlage bei den Parlamentswahlen am 4. März war er zurückgetreten. Die Partei war auf ein Rekordtief von 18 Prozent gesunken. Sie fährt seitdem einen scharfen Oppositionskurs gegen die Regierung aus der rechten Lega und der Fünf Sterne-Bewegung. Die Sozialdemokraten hatten sich geweigert, eine Regierung mit der Fünf Sterne-Bewegung zu bilden. Sie hatten Italien in der vergangenen Legislaturperiode (2013-2018) regiert. (APA)
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